Eldense zertrümmert ibiza nach der pause – drei schläge, drei punkte, ein neues lebensgefühl
45 Minuten lang war es ein Geduldsspiel. Dann wurde Pepico Amat zur Arena des abrupten Kollaps: CD Eldense schlug UD Ibiza mit 3:0, erzielte alle Treffer nach dem Seitenwechsel und schob sich damit in Regionen der Tabelle, von denen die Anhänger vor Wochen nicht einmal zu träumen wagten.
Der plan von claudio baragan funktionierte exakt auf minuten
Sein 4-4-2 hatte Ibiza schon in Halbzeit eins in die eigre Hälfte gedrückt, doch die Lücke riss erst auf, als Gästecoach Miguel Álvarez Jurado seine Mannschaft umstellte. Iván del Olmo kam für Izan Yurrieta, doch statt Impuls brachte der Wechsel nur Verwirrung. Rober Ibáñez nutzte es Sekunden später, als er nach einem diagonalen Ball von Guille Macho aus 13 Metern einschob – 1:0, 48. Spielminute, 3.456 Zuschauer explodierten geradezu.
Der Schock saß tief bei den Insulanern. Noch hatten sie sich nicht umgestellt, da folgte Schlag zwei: Jesús Clemente schob einen Nachschuss aus kurzer Distanz über die Linie – 2:0 in der 54. Minute. Das Spiel war damit gelaufen, selbst wenn die Uhr noch 40 Minuten anzeigte. Ibiza versuchte verzweifelt, die Linien zu heben, doch jeder Vorstoß endete an der gut gestaffelten Viererkette um Kapitän David Ruiz.

Elfmeter von dioni besiegelte die angelegenheit
Als Dioni in der 67. Minute nach Foul an Hugo Alba vom Punkt verwandelte, war die Messe gelesen. Er selbst hatte erst zehn Minuten zuvor Einzug ins Spiel gefunden; sein Tor war bereits der dritte Wechsel-Effekt des Tages. Baragan hatte die richtigen Hebel gezogen, während Álvarez mit jedem neuen Gesicht mehr die Übersicht verlor.
Die Statistik hinter dem Ergebnis spricht eine klare Sprache: 62 Prozent Ballbesitz für Eldense, 18:6 Torschussverhältnis, fünf Großchancen gegen Null. Doch Zahlen sagen wenig über das Gefühl, das in Elda herrscht. Nach fünf Spielen ohne Niederlage reden Fans nicht mehr bloß vom Klassenerhalt, sondern von „Play-off-Träumen“. Das mag vermessen klingen, doch wer die letzten Saisons miterlebte, weiß, wie schnell sich Stimmung drehen kann.
Ibiza hingegen bleibt auf 40 Punkte stehen, der Abstand nach unten schrumpft. Die Inselfans verlassen wütend das Stadion, einige buhen ihre eigenen Spieler aus. Trainer Álvarez sprach von „tiefer Krise“, kündigte interne Konsequenzen an – ein Satz, der in Segunda Federación selten für Ruhe sorgt.
Für Eldense kommt mit FC Cartagena am Sonntag der nächste Prüfstein. Die Murcianer verloren zuletzt ebenfalls deutlich und werden mit Wut im Bauch anreisen. Doch Baragan warnte bereits: „Wir haben nichts erreicht, nur einen Schritt getan.“ Seine Mannschaft wird trotzdem mit dem Selbstvertrauen eines Teams in die Partie gehen, das gerade gelernt hat, wie man eine Dominanz in Tore ummünzt – und wie sehr drei Treffer nach der Pause ein ganzen Jahreskreislauf verändern können.
