Elche bangt beim gastspiel in vallecas – aguado fordert den befreiungsschlag

Elf Auswärtspleiten in Serie, Kein Sieg seit 107 Tagen fern des Martínez Valero – für Marc Aguado ist Freitag Abend Punkt 12. „Wir müssen endetlich draußen gewinnen, Punkt“, sagt der Mittelfeld-Abräumer des FC Elche. Gegner: Rayo Vallecano, direkter Konkurrent im Abstiegskampf, Anstoß 21.00 Uhr. Der Aragonese spricht vom „letzten Strohhalm“, warnt aber sofort: „Wenn wir nur über Rayo reden, laufen wir wieder hinterher. Wir müssen nach vorne spielen – oder wir sinken.“

Aguado erklärt das auswärts-phänomen: pech statt system

Warum Elche auf fremdem Rasen so blind wirkt? Aguado zuckt mit den Schultern. „Ich frage mich das täglich, ehrlich. Training, Taktik, Einstellung – alles identisch. Es fehlt ein Quäntchen Glück, das uns die Last vom Rücken nimmt.“ Die Zahlen sind gnadenlos: 0,4 Punkte pro Auswärtspiel, sieben Tore in 13 Partien, zwei Mal die Latte, drei Mal der Pfosten – und ein verschossener Elfmeter in Almería. „Statistisch hätten wir doppelt so viele Zähler verdient“, so Aguado.

Der 2:1-Heimerfolg gegen Mallorca vor einer Woche war das erste kleine Luftloch nach einer 11-spieligen Sieglos-Serie. „Plötzlich schläft der Bus zurück, die Kids tragen wieder die Trikots zur Schule“, berichtet der 26-Jährige. Doch der Glaube wird auf Probe gestellt: Rayo hat in Vallecas schon Barcelona und Real Madrid geschlagen, die Nordtribüne pfeift seit Wochen ihre eigenen Spieler aus. „Perfektes Pflaster für ein kleines Drama“, sagt Aguado trocken.

Vergeltung für fort? „thema durch, wir wollen die punkte“

Vergeltung für fort? „thema durch, wir wollen die punkte“

Im Hinspiel riss Rayos Mendy franjiverde Talent Héctor Fort mit einem Schultercheck aus dem Spiel – fünf Monate Pause, Operation, Elche unterhalb der roten Linie. Im Kabinenflur kursierte ein Foto von Fort mit Schlinge. Aguado wischt ab: „Klar, das haben wir gesehen. Aber wir sind keine Rächer, wir sind Retter. Drei Punkte zählen, nicht Revanche.“

Trainer Eder Sarabia, zuvor Assistent bei Barça, ist für Aguado „eine Art zweiter Vater“. Bei Sarabia debütierte er mit 19 in Zaragoza, unter ihm entwuchs der Jugendspieler den Nachwuchs-Käfig. „Er schickt einem nicht nur Passbahnen, er schickt Lebensbahnen. Wenn er redet, vergisst man die Tabelle für fünf Minuten – und genau das brauchen wir.“

Die Rechnung ist simpel: Bei neun verbleibenden Spielen wirft Elche mit 20 Zählern den Ankerplatz. „Gewinnen wir alle neun, sind wir drin – mehr Physik als Mathematik“, lacht Aguado, doch der Ton bleibt scharf. „Theorie hin oder her, am Freitag zählt nur die Praxis.“ 37.000 Elche-Fans werden live dabei sein, ein Großteil ohne Ticket – sie wollen vor der ESPN-Kamera sehen, ob die Mannschaft endlich das Auswärts-Fluch löst oder im Vallecano-Sturm untergeht. Aguados Prognose: „Wir beide kommen nicht rückwärts aus dem Tunnel. Wer zuerst blutet, verliert.“