Ekitiké: vom pariser lehrling zum liverpool-torjäger!
Einem jungen Stürmer wurde es vielleicht zu früh, als er bei einem internationalen Schwergewicht wie dem Paris Saint-Germain landete – zwischen Messi, Neymar und Mbappé. Doch nun kehrt Hugo Ekitiké als Liverpools einziger funktionierender Neuzugang in die französische Hauptstadt zurück. Eine Geschichte von verpassten Chancen, deutscher Reife und dem Aufstieg zum internationalen Angreifer.
Der frühe abflug aus paris: ein lernprozess
Für rund 30 Millionen Euro erwarb PSG den jungen Franzosen von Reims, nachdem er eine erste Saison als Leihgabe absolviert hatte. Nur 32 Einsätze und 14 von Beginn an – ein bescheidenes Debüt in der französischen Metropole. Luis Enrique schenkte ihm lediglich neun Minuten Einsatzzeit, bevor er ihn ein halbes Jahr später an Eintracht Frankfurt verlieh, ein Verein, der sich auf die Entwicklung talentierter Spieler spezialisiert hat. Haller, Jovic, Kolo Muani, Marmoush – die Liste derer, die in Frankfurt aufblühten, ist lang, und Ekitiké sollte nicht anders sein. Seine Zeit im Deutsche Bank Park wurde zu einem Wendepunkt.
Luis Enrique äußerte vor dem Wiedersehen seine Anerkennung: „Er war sehr jung, als er hier war, und hat sich sehr verbessert. Er ist jetzt Nationalspieler und hat viel прогрессировал.“ Vitinha, der im selben Sommer nach Paris kam, sah bereits Potenzial: „Er hat viele Qualitäten. Es war einfach nicht der richtige Kontext.“

Die frankfurter blütezeit: tore und assists
Ekitiké nutzte seine Zeit in Frankfurt optimal. In 64 Spielen erzielte er beeindruckende 26 Tore und lieferte 14 Assists. Eine Leistung, die ihn zu einem gefragten Spieler machte. Markus Krösche, der Sportdirektor von Eintracht Frankfurt, fasste es treffend zusammen: „Es ist einer der interessantesten Stürmer auf dem Markt. Unsere Philosophie ist: Wenn sich ein Spieler schneller entwickelt, als wir ihn halten können, lassen wir ihn gehen.“

Liverpools gamble und die konkurrenz mit isak
Für 95 Millionen Pfund wechselte Ekitiké im vergangenen Sommer zu Liverpool. Der Transfer sorgte für Diskussionen, da Liverpool kurz zuvor noch Alexander Isak als teuersten Neuzugang der Premier League verpflichtet hatte. Jürgen Klopp hatte Bedenken: „Sie können zusammen spielen, aber das würde eine andere Struktur erfordern.“ Die anfängliche Konkurrenz mit Isak, bedingt durch dessen Verletzungen, erschwerte eine feste Integration. Dennoch konnte Ekitiké mit 17 Toren und sechs Assists bereits einen beachtlichen Eindruck hinterlassen.

Der weg zur französischen nationalmannschaft: deschamps' vertrauen
Seine Leistungen haben ihm nun den Weg in die französische Nationalmannschaft geebnet. Gegen Brasilien traf er und überzeugte Didier Deschamps, ihm das Trikot des „9“ anzutrauen. „Ich muss noch arbeiten. Dass die Leute diese Erwartungen an mich haben, gefällt mir.“
Obwohl seine Champions-League-Bilanz mit nur drei Toren und zehn vergebenen Chancen (auf Augenhöhe mit Vinicius und Gyökeres) noch Verbesserungspotenzial aufweist, ist seine Gesamtleistung beeindruckend. Seine Fähigkeit, über die Flügel zu kommen, sein Raumgefühl und seine technische Finesse machen ihn zu einem idealen Partner für Kylian Mbappé. Mbappé selbst bezeichnet Ekitiké als einen der besten Spieler, mit denen er je gespielt hat – ein Kompliment, das von einem, der weiß, wovon er spricht, kommt.
Nun kehrt Ekitiké in die Stadt zurück, die ihn einst aussortierte. Es ist kein Rachefeldzug, sondern eine Chance, sich zu beweisen – in der Liga, in der er einst hoffte, seinen Durchbruch zu schaffen. Die Frage ist nicht, ob Ekitiké sich revanchieren will, sondern ob PSG nun erkennt, welchen Fehler sie begangen haben.
