Eisiger lärm: wie schlittschuhläufer fische stressen und gefährden
Der stille winterstress unter dem eis
Der lange, kalte Winter in Berlin und Brandenburg hat die Gewässer unter einer dicken Eisschicht begraben. Während Angler und Eisläufer die gefrorenen Flächen nutzen, kämpfen die Fische unter dem Eis mit Kälte und einem überraschenden Störfaktor: dem Lärm, der von oben dringt. Ich, Christian Schneider, habe mich mit diesem faszinierenden und besorgniserregenden Thema auseinandergesetzt.

Die ungewöhnliche bedrohung: lärm unter dem eis
Schlittschuhläufer, Eishockeyspieler und Spaziergänger auf Schlittschuhen erzeugen Schallwellen, die sich im Wasser fünfmal schneller ausbreiten als in der Luft. Diese Vibrationen stören die Ruhe der Fische, die im Winter eigentlich in eine Art Ruhezustand verfallen sollten. Christian Wolter, ein Gewässerökologe, erklärt, dass selbst kleinere Gewässer hiervon betroffen sind.

Warum fische im winter ruhe brauchen
Fische sind wechselwarme Tiere, was bedeutet, dass ihre Körpertemperatur von der Umgebung abhängt. Im Winter suchen sie daher den kältesten, aber stabilsten Bereich – den Gewässergrund – auf, wo die Temperatur konstant bei etwa vier Grad Celsius liegt. Dort verlangsamen sie ihren Stoffwechsel und sparen Energie. Der Lärm reißt sie aus diesem Zustand.

Die folgen des lärms: stress und energieverbrauch
Wenn Fische durch Lärm gestört werden, fliehen sie und verbrauchen dabei wertvolle Energie, die sie eigentlich für das Überleben im Winter benötigen. In Kombination mit Sauerstoffmangel unter dem Eis und den Angriffen von Kormoranen kann dies im schlimmsten Fall tödlich sein. Dies ist besonders in flachen Gewässern der Fall.

Kormorane als zusätzliche belastung
Die Situation wird durch die hohe Anzahl an Kormoranen verschärft. Diese Vögel sind gefräßige Jäger, die täglich etwa 500 Gramm Fisch verzehren und keine Rücksicht auf geschützte Arten oder Schonzeiten nehmen. Daniel Müller, Geschäftsführer des brandenburgischen Landesanglerverbandes, schätzt die europäische Population auf bis zu zwei Millionen Exemplare.
Angler setzen sich für den schutz ein
Trotz der Herausforderungen versuchen
Anglerverbände, die Fischbestände zu schützen. Sie schlagen Löcher ins Eis, um zusätzlichen Sauerstoff ins Wasser zu bringen. Allerdings ist der Kampf gegen die Kormorane und die Auswirkungen des Lärms aufwendig und erfordert nachhaltige Lösungen. Die Sehnsucht nach dem Tauwetter ist groß.Ein blick in die zukunft: mehr schutz für die fische
Es ist wichtig, das Bewusstsein für die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Unterwasserwelt zu schärfen. Die Begrenzung von Lärmquellen auf dem Eis und der Schutz der Fische vor Raubtieren wie Kormoranen sind entscheidende Schritte, um die Gesundheit der Gewässer zu erhalten. Der Schutz der Fische ist ein wichtiger Teil des Ökosystems und muss daher eine hohe Priorität haben.
