Eishockey-wm: seider kritisiert deutsche mannschaft – „keine identität“

Schockwellen gehen von der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft aus: Nach dem enttäuschenden Vorrundenabschluss bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz hat Kapitän Moritz Seider scharfe Worte gefunden. Der NHL-Star äußerte sich offen besorgt über die fehlende Spielidentität des Teams und warf einen kritischen Blick auf die verpassten Chancen.

Die bittere erkenntnis nach dem vorrunden-aus

Die bittere erkenntnis nach dem vorrunden-aus

Der 6:3-Sieg gegen Großbritannien tröstet kaum, denn die Wahrheit ist unschön: Deutschland steht nur noch theoretisch im Viertelfinale. Für den Einzug ins nächste Runde müsste Lettland am Dienstag gegen Ungarn eine Niederlage einstecken – ein Szenario, das Seider offen in Frage stellt. „Ich weiß nicht, ob wir das auch verdient hätten“, gestand der Kapitän im Gespräch mit dem SID. Die Erwartungen waren hoch, die Realität jedoch deutlich ernüchternder.

„Es ist sehr frustrierend, sehr bitter“, so Seider, der sich über die verpassten Gelegenheiten echauffiert. Er betont, dass das Team auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr in Dänemark agierte, wo man ebenfalls in der Vorrunde scheiterte. „Der Anspruch sollte sein, dass wir in den Top Acht vertreten sind, das ist auch absolut machbar.“

Die Bilanz der deutschen Mannschaft ist mager: Nur Siege gegen die vermeintlich schwächeren Gegner Österreich, Ungarn und Großbritannien konnten verbucht werden. Dem standen deutliche Niederlagen gegen Finnland, Lettland, die Gastgeber Schweiz und überraschenderweise auch gegen die als schwach eingeschätzten, aber dennoch amtierenden Weltmeister und Olympiasieger USA gegenüber – ein 3:4 nach Penaltyschießen, das besonders schmerzt.

Bundestrainer Harold Kreis muss nun die richtigen Schlüsse ziehen. Die Frage ist, ob er es schafft, die Mannschaft bis zum Viertelfinale zu stabilisieren und eine erkennbare Spielidentität zu entwickeln. Denn ohne diese wird der Traum vom Titelgewinn in weiter Ferne bleiben. Die Fans sind enttäuscht, die Experten kritisch – und der Druck auf das Team steigt.