Eishockey-enttäuschung bei olympia: das deb-team scheitert an der slowakei
Eishockey-debakel bei olympia: für medaillen braucht es mehr als große namen
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft reiste mit großen Erwartungen zu den Olympischen Spielen, doch der Realitätscheck ist umso schmerzhafter ausgefallen. Das Viertelfinal-Aus gegen die Slowakei wiegt schwer und war, trotz der hochkarätigen Besetzung, leider absehbar.
Draisaitl und die suche nach erklärungen
Leon Draisaitl rang nach dem bitteren Ausscheiden in den Katakomben der Olympia-Eishalle nach Worten. Auf die Frage, ob er sich allein gefühlt habe, antwortete er verneinend. Auch auf die Frage nach dem Druck, sagte er ebenfalls “Nein”. Doch woran scheiterte es letztendlich? Draisaitl fasste zusammen: “Manchmal läuft es besser, manchmal nicht so gut. Wir haben einfach zu lange gebraucht, um uns zu finden.”

Hohe ziele, hohe fallhöhe
Die Aussage von Draisaitl ist prinzipiell nachvollziehbar, doch andere Teams hatten nicht mehr Zeit, sich zu finden. Dass Deutschland die Spiele ohne Medaille verlassen würde, schien vor Turnierbeginn unwahrscheinlich. Das Ergebnis zeigt jedoch, dass eine Mannschaft mehr sein muss als die Summe ihrer Einzelspieler. Das Team mit insgesamt neun NHL-Stars war auf dem Papier das stärkste, das Deutschland je zu einem Turnier geschickt hat. Entsprechend hoch waren die Erwartungen – und die Fallhöhe.

Müller kritisiert fehlende balance
Der ehemalige Kapitän Moritz Müller analysierte die Niederlage gegen die USA bereits nach dem klaren Ergebnis: “Wir haben tolle Eishockeyspieler, die zu den Besten der Welt gehören, aber man kann nicht erwarten, dass immer ein Wunder passiert, sobald einer dieser Spieler die Scheibe hat.” Nach dem 2:6-Debakel gegen die Slowakei ergänzte er: “Wir haben vielleicht zu viel darüber gesprochen, wie gut wir sind. Es geht am Ende nur um Kampf und Geradlinigkeit. Wir haben unsere Identität nie gefunden.”

Die fehlende teamchemie
Die Botschaft von Müller ist klar: Große Namen machen noch kein großes Team. Gegen die Slowakei wurde dies erneut deutlich. Draisaitl, der zuletzt 2019 im Nationalteam spielte, ist zweifellos der beste deutsche Eishockeyspieler aller Zeiten. Doch das wussten auch die Gegner und gingen mit vollem Einsatz gegen den Star der Edmonton Oilers vor. Dadurch blieb Deutschlands Speerspitze, nicht nur gegen die USA, stumpf. Gegen die Amerikaner gab er keinen einzigen Torschuss ab, auch gegen die Slowakei war er bis auf einen Assist weitgehend wirkungslos.

Stimmung im team: ein fragezeichen
Obwohl Müller und Trainer Harold Kreis jegliche Grabenbildung zwischen den DEL- und NHL-Profis dementierten, blieb der Eindruck bestehen, dass die Einheit vergangener Turniere fehlte. Auf die Frage nach der Stimmung bei der WM in Tampere, wo das Team in einen eiskalten See sprang, antwortete Müller lakonisch: “Ich habe hier noch keinen kalten See gesehen.” Die Analyse des Olympia-Desasters wird Zeit in Anspruch nehmen. Eines ist klar: Die Ausgangslage war optimal, aber die praktische Umsetzung ließ zu wünschen übrig.

Zusammenfassung und ausblick
Das DEB-Team hat bei Olympia 2026 enttäuscht. Die Analyse der Gründe für das Scheitern ist nun entscheidend, um in Zukunft wieder erfolgreich zu sein. Es bedarf einer besseren Balance zwischen Offensive und Defensive, einer stärkeren Teamchemie und einer klaren Identität. Nur so kann Deutschland im Eishockey wieder zu alter Stärke zurückfinden.
