Eisbären-frauen kassieren heimklatsche: memmingen startet finale mit 3:0-kantersieg

500 Fans, eine schwangere Stimmung – und dann das: Die Eisbären Juniors liefern sich im Wellblechpalast ein Debakel gegen die Indians und müssen sich innerhalb von 15 Stunden neu erfinden.

Nara elia trifft, berlin stolpert

Die kanadische Stürmerin brauchte genau 16 Minuten, um den ersten Schock auszulösen. Ihr Handgelenkschlenzer aus spitzem Winkel landete unhaltbar im Winkel, Torhüterin Lena Gräfe streckte sich vergeblich. Es war Elia’s 11. Playoff-Treffer in den letzten drei Jahren – eine Serie, die die 27-Jährige zur lebenden Legende in Memmingen macht. Die Hausherren antworteten mit Hektik: zu viele Doppelpässe, zu wenig Durchschlagskraft. Dabei hatten sie das Mitteldrittel noch 0:0 gestemmt, doch die Luft war raus.

43. Minute: Andrea Lanzl tankt sich von der blauen Linie durch, zieht ab, 0:2. 66 Sekunden später verwandelt Julia Matejkova den Abpraller zum 0:3. Die Anzeigetafel flackert, die Trommeln verstummen. Trainerin Katja Häusler wechselt die komplette erste Reihe aus – ein Schritt, der mehr Verzweiflung als Strategie signalisiert.

15 Stunden zur wiedergutmachung

15 Stunden zur wiedergutmachung

Am Sonntag um 13 Uhr geht’s schon weiter – selbst für Eishockeyverhältnisse ein brutaler Turnaround. Die Eisbären müssen ihre Unterzahl-Situation (nur 15 Feldspielerinnen) lösen, die Powerplay-Quote von mageren 9 % erhöhen und vor allem die Psyche kitten. Memmingen dagegen reist mit breiter Brust: Die Indians haben jetzt vier Matchbälle, um den vierten Titel in Folge zu packen. Berlin braucht eine Herkules-Leistung – oder die Saison endet vor eigenem Publikum mit einem Paukenschlag.