Eisbären stoppen kölner haie – playoff-trauma wächst
Die Kölner Haie sind gestolpert. Mit einem 0:1 kassierten die Tabellenführer ihre zweite Niederlage in Serie – und das gegen genau den Gegner, der ihnen im Frühjahr den Titel streitig machen könnte. Andreas Eder schoss die Eisbären Berlin mit einem Schuss in letzter Sekunde des ersten Drittels zum Sieg, der Sechste bleibt damit auf Tuchfühlung zu den direkten Viertelfinal-Plätzen.
Rekord nur noch drei punkte entfernt – aber die luft wird dünn
Die 113 Punkte der Haie reichen noch nicht für die Bestmarke der Adler Mannheim aus dem Jahr 2019. Zwei Partien bleiben, um die 116 zu knacken. Doch die Formkurve zeigt nach unten, die Bude war gestern trotz 18.112 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess-Arena selten laut. Statt Spektakel gab es ein Schachspiel, bei dem Berlin jede Lücke zuzog und Torhüter Mathias Niederberger mit 24 Paraden den ersten Shutout der Saison gegen Köln feierte.
Die Rheinländer haben den europäischen Zuschauerrekord zwar schon wieder gebrocben – drei Mal in Folge –, doch das trostet kaum. Die letzten beiden Spiele laufen nun unter Zugzwang: Gegen Aufsteiger Bietigheim und in Iserlohn droht das nächste Drama, sollte erneut Punkte bleiben.

Fischtown rückt näher – münchen sichert heimrecht
Während Köln nach Luft schnappt, profitiert Fischtown Bremerhaven. Die Penguins schlugen Iserlohn 5:0 und liegen nur zwei Punkte hinter Berlin. Das Rennen um Rang sechs – der direkte Einzug ins Viertelfinale – ist offen wie selten. EHC Red Bull München machte mit dem 3:2 nach Verlängerung gegen Frankfurt zudem Platz vier fest und wird mindestens einmal in der ersten Playoff-Runde Heimrecht haben.
Für die Eisbären ist der Sieg ein Sechspunkter: Sie halten Anschluss an die Spitzengruppe, verhindern, dass Köln vorzeitig die Playoffs mental entschieden wähnt – und schicken der eigenen Fangemeinde ein Signal: Der Titelverteidiger ist nach der Talfahrt der vergangenen Wochen wieder bereit, mitzureißen. Die Haie hingen zum Ende sichtlich frustriert an der Bande, der sonst so laute Block 314 fiel schon fünf Minuten vor Schluss still.
Die DEL-Saison 2025/26 liefert damit die alte Wahrheit: Wer zuletzt lacht, lacht im Mai. Die Haie haben zwei Spiele, um die 116-Punkte-Marke noch zu packen. Doch der Druck wächst – und mit jedem weiteren Ausrutscher rückt das Playoff-Viertelfinale ein Stück näher, das sie eigentlich umgehen wollten.
