Eintracht-offensive erwacht: ebnoutalib und uzun zurück – heidenheim ahnt nichts gutes

Die Frankfurter Angriffsmaschine stotterte zuletzt wie ein alter Dieselmotor. Gegen St. Pauli war nichts zu sehen von Spielfreude, nur verzweifelte Pässe ins Nichts. Nun, nur 72 Stunden vor dem Heimspiel gegen Heidenheim, schlägt der Befreiungsschlag ein: Younes Ebnoutalib und Can Uzun stehen wieder auf dem Rasen – und sie wirken hungrig.

Die rückkehr der zwei, die riera vermisste

Trainer Albert Riera hatte in Hamburg fast seine Sturm-Reihe auswürfeln müssen. Ohne Ebnoutalib, ohne Uzun, mit einem Jonathan Burkardt, der nur 60 Minuten durchhielt, und einem Arnaud Kalimuendo, der mit Blessuren tapste. Das Ergebnis: Null Tore, null Großchancen, null Punkte. Die Statistik nagt am Selbstvertrauen. Die Lösung: zwei Spieler, die genau die Lücken füllen, die St. Pauli offenlegte.

Ebnoutalib, der Mann mit dem Drehbuch im Kopf, absolvierte am Mittwoch das volle Programm: Sprintfolgen, Passspiel, Torabschluss. Kein Schmerzgesicht, kein Verband. Die Innenband-Zerrung, die ihn seit dem Stuttgart-Spiel lahmlegte, scheint verheilt. Uzun, der flexible Offensiv-Chemiker, musste nach dem Hoffenheim-Spiel Ende Januar die Segel streichen. Muskelfaserriss, kein Spaß. Nun läuft er wieder durch die Reihen, spielt Steilpasses auf Zeit. Die medizinische Abteilung gibt grünes Licht – vorsichtiges, aber echtes.

Warum heidenheim jetzt zittern muss

Warum heidenheim jetzt zittern muss

Der Gegner am Samstag ist kein Zufallsgewinner. Heidenheim verteidigt mit dem Selbstverständnis eines Schwäbischen Kellers: eng, verschachtelt, unangenehm. Genau die Partie, in der Eintracht zuletzt verzweifelte. Doch mit Ebnoutalib gewinnt Frankfurt eine Option zwischen den Linien, einen Spieler, der kleine Räume mit einem Kontakt öffnet. Uzun wiederum kann aufrücken, ziehen, den Ball diagonal tragen – und damit die kettenförmige Heidenheimer Defensive zerreißen. Die Zahlen sprechen für sich: In den fünf Spielen ohne die beiden schoss Frankfurt nur 21 Schuss aufs Tor, der xWert (Expected Goals) brach um 0,6 pro Partie ein. Mit ihnen stieg der xW in der ersten Saisonphase auf 1,8. Der Unterschied zwischen Europa-League-Rang und Mittelfeld.

Intern heißt es: Ebnoutalib ist Kandidat für den Kader, Uzun eher nicht. Das Mainz-Spiel in zwei Wochen gilt als Zielscheibe für den Türkei-Legionär. Doch Fußball ist kein Terminkalender. Ein Treffer, ein Dribbling, ein Moment – und schon kann der Plan schneller kippen als ein Eintracht-Konter.

Die Eintracht-Fans spüren die Schwingung. Die Tickets für Samstag waren binnen vier Stunden ausverkauft, die Sekundärmarkt-Preise klettern auf 180 Euro. Die Botschaft ist klar: Die Offensive lebt wieder, und mit ihr die Hoffnung, dass der Horror von St. Pauli nur eine Episode bleibt. Heidenheim bekommt eine Eintracht zu sehen, die endlich wieder Tore schießen will – und nicht nur darüber redet.