Eintracht-frauen verspielen 2:0 in bremen und fallen in cl-gefahr

23 Minuten lang sah alles nach einem souveränen Auswärtssieg aus, dann riss Eintracht Frankfurt die eigene Gala in der Weser-Stadt entzwei. Die Hessen verloren beim SV Werder Bremen trotz 2:0-Führung mit 2:4 und kassieren damit den nächsten Schlag nach dem Pokal-Aus gegen Wolfsburg.

Ein doppelschlag, der alte wunden aufreißt

Ein doppelschlag, der alte wunden aufreißt

Nicole Anyomi und Rebecka Blomqvist schienen die Partie schon in der ersten halben Stunde zu entscheiden. Doch genau in der Phase, in der Frankfurt eigentlich den Zügel fest in der Hand hatte, schlichen sich erstmals Lücken ein. Larissa Mühlhaus nutzte sie gnadenlos. Ihre beiden Treffer binnen 120 Sekunden vor dem Pausenpfiff vibrieren nach wie vor nach, denn sie legten den Grundstein für die Frankfurter Kapitulation. Die Statistik zeigt: Erstmals seit 2021 verspielte die SGE in der Frauen-Bundesliga eine Zwei-Tore-Führung.

Mara Albers 3:2 in der 52. Minute war keine Momentauflösung, sondern die logische Konsequenz aus einer Dreierkette, die sich in der Bremer Angriffswelle verhedderte. Lina Altenburg, sonst sicher wie eine Bank, verlor den Ball an der Strafraumgrenze – ein Fehler, der die gesamte Abwehr unreparabel aus den Fugen hob. Medina Desic legte in der Nachspielzeit noch den Deckel drauf und katapultierte Bremen auf einen Punkt hinter die Eintracht.

Die Tabelle lügt nicht. Frankfurt bleibt zwar Dritter, doch Hoffenheim und Bremen haben ein Spiel weniger ausgetragen. Das Restprogramm der Hessen: Auswärts in Hoffenheim, daheim gegen Bayern – zwei Prüfungen, die über die europäische Zukunft entscheiden. Trainer Niko Arnautis wird die Leistung seiner Mannschaft bis in die Nacht analysieren, denn die Art der Niederlage wirft Fragen auf, die tief gehen: Wer übernimmt Kommando, wenn das Spiel kippt? Warum drohte kein Gegenpressen, nachdem das 2:2 fiel?

Die Antwort liegt auf dem Platz, nicht in der Theorie. Am Samstag gegen den FC Bayern muss die Eintracht liefern, sonst droht der Absturz auf Platz fünf – und die Vision von der Champions League zerplatzt vor eigenem Publikum. Die Fans werden sich daran erinnern, wie schnell eine Saison entgleiten kann, wenn das Team zweimal in einer Woche die Kontrolle verliert. Bremen jedenfalls feiert einen Sieg, der mehr ist als drei Punkte: Es ist die Machtprobe, die beweist, dass die Bremerinnen in der Schlussphase der Saison bereit sind, die Großen zu jagen.