Eintracht frankfurt: riera-entscheidung sorgt für interne unruhe

Frankfurt. Can Uzun auf der Bank – eine Entscheidung, die bei Eintracht Frankfurt für erhebliche Verwirrung und Unmut sorgt. Nicht nur der junge Spielmacher selbst, sondern auch Teile des Teams zeigen sich irritiert von Trainer Albert Rieras Entscheidung. Die fragile Struktur des Teams scheint weiter zu bröckeln.

Der verpasste comeback und die dicken fragen

Die Szene nach dem 2:2 gegen Köln spricht Bände: Can Uzun, wie entrückt, vor den Fans stehend, seine Gedanken scheinbar woanders. Eine menschliche Hülle, die kaum mehr als die Erinnerung an den ambitionierten Auftritt, den er eigentlich hinlegen wollte, verriet. Nach langer Verletzungspause hatte Uzun sich ein Comeback erhofft – ein Signal für die Eintracht, für sich selbst und sogar für den türkischen Nationaltrainer Montella im Blick auf die WM. Stattdessen 90 Minuten auf der Bank. Ein Paukenschlag, der die Gemüter erhitzt.

Berichte aus dem Umfeld deuten darauf hin, dass Uzun von dieser Entscheidung hart getroffen wurde. Eine Überraschung, die ihn offenbar aus dem Konzept gebracht hat. Die Bild-Zeitung kolportierte am Dienstag bereits Gerüchte über einen möglichen Sommer-Abschied des 20-Jährigen. Ob daran etwas dran ist, bleibt abzuwarten – die Eintracht hätte bei einem Wechsel natürlich ein gewichtiges Mitspracherecht.

Doch die eigentliche Frage ist: Wie lange wird Albert Riera überhaupt noch das Ruder bei den Hessen in der Hand halten? Die Irritationen über den Coach sind durch die Uzun-Degradierung keineswegs kleiner geworden. Es ist das gute Recht eines jeden Trainers, Entscheidungen zu treffen, die nicht immer populär sind. Doch Riera scheint eine neue Baustelle aufgetischt zu haben, deren Tragweite er womöglich unterschätzt.

Mehr als nur uzun: ein muster bei rieras personalentscheidungen

Mehr als nur uzun: ein muster bei rieras personalentscheidungen

Die Entscheidung um Uzun reiht sich ein in eine Reihe von Personalentscheidungen Rieras, die intern für Diskussionen sorgen. Jonathan Burkardt saß gegen Heidenheim auf der Bank, Mario Götze durfte drei Spiele pausieren – prominente Beispiele für eine Taktik, die bei vielen Fragen aufwirft. Auch taktische Entscheidungen, wie der Seitentausch von Brown und Collins oder die Nominierung von Kalimuendo als Rechtsaußen, wurden kaum nachvollziehbar.

Kapitän Robin Koch ließ am Sonntag durchblicken, dass die vorgegebene Herangehensweise an die Schlussphase nicht seine Zustimmung fand. Und das Fehlen von Eigengewächs Elias Baum im Kader, während Timothy Chandler dabei war, wirkt in diesem Gesamtbild wie ein weiterer Puzzleteil eines unübersichtlichen Bildes.

Zwar kann der überraschende Personalentscheid eines Trainers durchaus eine motivierende Wirkung haben – doch ob die Eintracht-Mannschaft über genügend Spieler verfügt, die mit einem solchen Ansatz konstruktiv umgehen können, ist angesichts der bisherigen Saisonverlauf fraglich. Und hier liegt die eigentliche Herausforderung: Nicht nur Riera, sondern vor allem auch die Spieler müssen Verantwortung übernehmen, um das brüchige Eintracht-Gebilde zu stabilisieren.

Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Riera es schafft, die Mannschaft wieder zu einen und das Vertrauen zurückzugewinnen. Denn eines ist klar: Die aktuelle Situation ist alles andere als komfortabel.