Ehe-ski-boss pavlek: 30 millionen euro-skandal erschüttert kroatien

Ein Fall, der direkt aus Hollywood stammen könnte: Der ehemalige kroatische Skiverbandspräsident Vedran Pavlek schwebt in einem Korruptionsskandal um schätzungsweise 30 Millionen Euro. Nach einer dramatischen Fluchtversuch wurde der 52-Jährige in der Türkei festgenommen und erwartet nun eine einmonatige Untersuchungshaft.

Pavleks netzwerk spannte sich über kontinente

Die kroatische Antikorruptionsbehörde USKOK wirft Pavlek vor, den Skiverband über einen Zeitraum von zwölf Jahren systematisch um erhebliche Summen betrogen zu haben. Das Netz, das er angeblich spannte, erstreckte sich über weite Teile Europas – von Österreich über Liechtenstein und die Schweiz bis hin zu Monaco, Ungarn und der Slowakei. Die Ermittler folgen einer Spur von Verträgen mit Scheinfirmen, bei denen Leistungen nie erbracht wurden, während das Geld in Luxusgüter und Schönheitsoperationen floss.

Ein Drittel der veruntreuten Gelder landete auf ausländischen Konten, wie das Portal Sportklub – N1 berichtet. Die Gesamtsumme von mindestens 30 Millionen Euro ist ein harter Schlag für den kroatischen Skisport. Pavlek, der zwischen 1992 und 1998 dreimal an Olympischen Spielen teilnahm, trat im März 2025 von seinem Amt zurück, nur wenige Wochen bevor der Skandal öffentlich wurde.

Die flucht und die festnahme im türkischen istanbul

Die flucht und die festnahme im türkischen istanbul

Während in Zagreb über seine Untersuchungshaft verhandelt wurde, versuchte Pavlek, ins Ausland zu fliehen. Sein Plan scheiterte jedoch, als er in der türkischen Metropole Istanbul festgenommen wurde. Die kroatischen Behörden haben inzwischen einen internationalen Haftbefehl beantragt und eine schnelle Auslieferung gefordert. Neben Pavlek befinden sich auch vier weitere Personen in Untersuchungshaft, während eine sechste Beschuldigte noch auf der Flucht sein soll. Die Gerichtsmediziner befürchten Fluchtgefahr, Beeinflussung von Zeugen und die Wiederholung ähnlicher Straftaten.

Die Verhaftung von Vedran Pavlek wirft ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit strengerer Kontrollen und Transparenz im kroatischen Sport. Die Summe von 30 Millionen Euro ist nicht nur ein finanzieller Verlust, sondern auch ein Vertrauensbruch, der den gesamten Sport in Verruf bringt. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die kroatischen Behörden mit diesem komplexen Fall umgehen und ob weitere Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden.