Ecuador und elfenbeinküste zeigen deutschland die zähne

Julian Nagelsmann hatte den Abend eigentlich freigeplant. Stattdessen saß er 500 Kilometer von Stuttgart entfernt in Eindhoven und sah seinen WM-Gegnern beim Auftritt zu. Ecuador spielte mit zehn Mann 1:1 gegen die Niederlande. Die Elfenbeinküste schlug Schottland 1:0. Beide gehören Deutschlands Gruppe E an. Beide machen Druck.

Die südamerikaner lassen sich nicht beirren

Die Partie war keine drei Minuten alt, da lag der Ball schon im niederländischen Netz – allerdings durch Ecuadorianer Willian Pacho, früher bei Eintracht Frankfurt. Ein Eigentor. Dann die Rote Karte für Denzel Dumfries (13.). Die Niederländer waren geschockt. Ecuador nicht. Enner Valencia verwandelte den fälligen Strafstoß zum Ausgleich. Die Elf von Sebastián Beccacece spielte fortan mit einem Mann weniger, aber mit mehr Ruhe. Der Punktgewinn in Eindhoven ist kein Zufall. Ecuador hat sich in den vergangenen Monaten stabilisiert. Die Defensive steht, die Umschaltmomente sind giftig. Deutschland muss sich am 25. Juni auf ein anderes Kaliber einstellen als bei der 2:1-Pleite bei der WM 2022.

Nicolas pépé und die ivorer machen ernst

Nicolas pépé und die ivorer machen ernst

In Liverpool war es derselbe Nicolas Pépé, der vor drei Jahren noch beim FC Arsenal verrissen wurde. Jetzt traf er gegen Schottland und beendete die Partie früh. Die Elfenbeinküste kam ohne großen Aufwand aus. Nach dem 4:0 gegen Südkorea folgte das zweite Testspiel ohne Gegentor. Die Abwehr um Evan Ndicka wirkt kompakt, das Mittelfeld um Franck Kesséo lässt keine Lücken. Für Deutschland bedeutet das: Am 20. Juni trifft die DFB-Auswahl auf eine Mannschaft, die nicht nur athletisch stark ist, sondern auch taktisch diszipliniert. Die Ivorer haben ihre Hausaufgaben gemacht. Die Deutschen auch – nur eben noch nicht gegen diese Gegner.

Nagelsmann wird die Videos analysieren. Die Botschaft ist klar: Die Gruppe E wird kein Spaziergang. Ecuador und die Elfenbeinküste haben ihre Visitenkarte abgegeben. Deutschland muss antworten – und das nicht erst in den USA, sondern schon in den nächsten Wochen. Die Vorbereitung läuft. Die Gegner auch.