Tuchel-england blamiert sich gegen japan – nagelsmann sieht wm-gegner aufdrehen
Pfiffe statt Party: In Wembley verpasste die Three Lions ohne Harry Kane und mit Thomas Tuchel erneut den Sieg. Kaoru Mitomas Kontertreffer reichte Japan, um Englands WM-Testspiel-Serie weiter zu ruinieren – und die deutschen Gruppengegner lauschen auf.
Wembley verliert die geduld
Die Kurve nördlich der Arch ging vor allem auf Tuchels Nerven. 0:1 gegen Japan, vier Tage nach dem 1:1 gegen Uruguay – die erste Bilanz des neuen Coaches liest sich wie eine Warnung. Ohne Kane (leichte Oberschenkel-Reizung) rotierte er zehn Positionen, schickte Foden, Gordon und Palmer ins Rennen. Ergebnis: ein einziger Aufreger, Elliot Andersons Lattenkracher in der 35. Minute.
Die Gäste dagegen klickten. Mitoma vollendete einen dreipass Konter, Ueda scheiterte knapp, Doan und Ito hätten erhöhen können. Tuchels späte Wechsel verpufften – das Publikum reagierte mit dem Sound, den sonst nur der Brexit auslöste.

Nagelsmann reist, ecuador sticht
Julian Nagelsmann hatte kaum Zeit, den Koffer aus Stuttgart umzupacken. In Eindhoven sah er Ecuador gegen die Niederlande 1:1 machen – dank Eigentor und spielerischer Überzahl nach Dumfries’ Roter Karte. Ein Vorgeschmack auf den 25. Juni, wenn die Südamerikaner die DFB-Elf herausfordern.
Weiter nach Liverpool: Dort erzielte Nicolas Pépé das 1:0 für die Elfenbeinküste gegen Schottland – zweites Testspiel, zweiter Sieg, null Gegentor. Am 20. Juni treffen die Afrikaner auf Deutschland, und plötzlich wirkt Gruppe E weniger wie ein Freilos.

Spanien stolpert, österreich glüht
Auch der europäische Champion hält den Fuß auf dem Boden. Spanien remis gegen Ägypten 0:0, Keeper Shobeir parierte wie entfesselt. Österreich hingen feiert Rangnicks Sieg-Serie: Sabitzers Treffer besiegelte ein 1:0 gegen Südkorea – die zweite Gala nach dem 5:1 gegen Ghana.
Die kernaussage
Die WM in den USA rückt näher, die Großen liefern sich Ausrutscher, die Außenseiter schärfen die Klingen. Für Deutschland heißt das: Wer Gruppe E unterschätzt, fliegt früh. Und für Tuchel? Er muss seine taktische Leitplanke finden, bevor Kane wieder fit ist – sonst wird aus dem Traum schnell die nächste Qualifikations-Nacht.
