Ea sports fc rutscht in altersklasse 16: lootbox-alarm trifft kicker-kids

EA SPORTS FC 27 droht in ganz Europa das 16-Jahre-Siegel. Die europäische Alterskennzeichnung PEGI verschärft ihre Regeln – und packt „bezahlte Zufallsgegenstände“ gnadenlos in die höchste Stufe. Für Millionen Kids, die binnen Minuten ihre Eltern um 20 Euro für Gold-Packs anbogen, wird der Kick künftig teurer – und komplizierter.

Lootbox-mechanik wird zum 16-plus-gen

PEGI spricht Klartext: Enthält ein Spiel Käufe, die den Zufall bedienen, fällt die Standardwertung sofort auf 16. Die Formel steht in den neuen Richtlinien, die ab sofort gelten. In Einzelfällen – wenn Glücksspielcharakter offensichtlich ist – kann sogar PEGI 18 draufstehen. EA SPORTS FC lebt von den wöchentlichen Promo-Packs, in denen Ronaldo-Icons mit Promo-Glitzer versteckt sind. Genau diese Mechanik zieht den Stecker.

Die Verschärfung trifft nicht nur Deutschland, sondern 38 europäische Märkte. UK hat PEGI bereits gesetzlich verankert – dort wird der Titel automatisch indiziert, wenn keine Jugendfreigabe mehr drin ist. Händler müssten FC 27 dann erst ab 16 ausliefern, was Verkaufszahlen einbrechen lässt. Die Bundesliga-Partnerschaft von EA? Bleibt, wird aber stiller.

Usk schiebt nach – und zwar sofort

Usk schiebt nach – und zwar sofort

Die deutsche USK hat 2023 schon nachgelegt: Ingame-Käufe und „Handlungsdruck“ katapultierten FC 24 von USK 6 auf USK 12. Geschäftsführerin Elisabeth Secker nennt das einen „klaren Erfolg“. Jede dritte eingereichte Spiele-Neuerscheinung seitdem kassierte eine höhere Freigabe. Die Zahlen sprechen für sich: 30 Prozent der Titel landeten in einer älteren Schublade – und verkauften sich demnach schlechter.

EA reagiert mit Marketing-Gegenfeuer: In FIFA 23 wurden Preview-Packs eingeführt, die Karten vor dem Kauf zeigen – ein kosmetischer Trick, der die Lootbox-Debatte nicht wirklich löst. Mit FC 27 steht der Publisher erneut am Pranger. Die PEGI-Neuausrichtung lässt sich nicht mehr rückgängig machen, auch wenn sie keine Gesetzeskraft besitzt. Die Industrie fürchtet den Domino-Effekt: Frankreich und Spanien arbeiten bereits an gesetzlichen Altersgrenzen für Spiele mit Glücksspielelementen.

Die Message an alle Fußball-Fans unter 16: Nächstes Jahr wird’s eng. Wer künftig sein Ultimate-Team pushen will, braucht entweder ein größeres Taschengeld – oder einfach Glück mit den Eltern. Letzteres ist jetzt offiziell schwerer.