Ea knackt das 4-3-3-zwangskorsett – undav & co. bekommen endlich eine stimme

Endlich darf Deniz Undav nicht mehr neben sich greifen. 18 Bundesliga-Tore, nur Harry Kane traf öfter – und trotzdem drohte dem Stuttgarter ein „TOTS-Aus“ wegen eines alten EA-Sports-Gimmicks: dem starren 4-3-3-Wahlsystem. Mit dem neuen Votingsmodus für FC 26 sprengt der Kanadier das Korsett – und löst drei Probleme auf einen Schlag.

Warum 4-3-3 zum stolperstein wurde

Die These klang immer schlüssig: Man wähle die besten Elf, stelle sie in Diamant-Formation auf, fertig. Doch die Realität verspottete die Matrix. Ein Lamine Yamal spielt in Barcelona zwar rechts, aber als extrem tiefer Flügel – im TOTY-Pool landete er trotzdem beim zentralen Mittelfeld. Dort konkurrierte er mit Vitinha, Declan Rice und Joshua Kimmich. Das Ergebnis: Meta-Stau, echte Leistung wurde verzerrt.

Noch absurder: Außenverteidiger wie Alejandro Grimaldo oder Denzel Dumfries brillieren in Fünfer- oder Dreierketten, nicht in Viererketten. Im alten System gab es für ihre Lieblingsposition schlicht kein Häkchen – also blieben sie auf der Strecke. Die Community beschwerte sich, EA lauschte.

Fünf formationen, ein ziel: gerechtigkeit

Fünf formationen, ein ziel: gerechtigkeit

Beim aktuellen Bundesliga-TOTS entscheidet der Nutzer, nicht der Algorithmus. Zur Auswahl stehen 4-3-3, 4-4-2, 4-1-2-1-2, 3-5-2 und 5-2-3. Wähle ich Letzteres, rutschen Flügelstürmer automatisch in den Angriff; aktiviere ich 3-5-2, wandert Grimaldo ins Mittelfeld – dort, wo seine Real-Laufwege zuhause sind. Die Position wird flexibel neu kalkuliert, nicht der Spieler verbiegt sich.

Effekt: Deniz Undav kann im 4-4-2 neben Serhou Guirassy oder Loïs Openda gepusht werden, ohne dass ein überbuchtes 4-3-3-Sturm-Trio blockiert. Auch Yan Diomandé aus Leipzig hat im offensiven Mittelfeld des 3-5-2 endlich ein echtes Schlupfloch – weg vom Sturm-Overbooking.

Die meta-tricks der vergangenheit sind obsolet

Die meta-tricks der vergangenheit sind obsolet

EA musste zugeben: Die Nötigung, offensive Flügelspieler ins Zentrum zu verfrachten, war eine Notlösung, um das Ratings-Gleichgewicht zu halten. Die neue Vielzahl an Formationen erlaubt es, echte Top-Performer nativ zu positionieren – ohne Kreativ-Buchhaltung. Das spart Datenschrott, erhöht die Transparenz und stillt die lauteste Forderung der Pros: „Wählt echte Rollen, nicht Excel-Listen.“

FC 26 spiegelt damit erstmals, was Fußballprofis seit Jahren leben: Je nach Gegner, Spielstand und System wechseln sie die Formation – und mit ihr ihre Aufgabe. Wer also nächste Woche sein Bundesliga-TOTS abschickt, entscheidet nicht nur über Kartenwerte, sondern über taktische Identität. Und Undav? Der muss jetzt nur noch Tore schießen – das System erledigt den Rest.