Dziugas jusys: familie, handball und die bedeutung von heimat

Dziugas jusys: ein leben zwischen litauen und deutschland

Dziugas Jusys, der 27-jährige Abwehrchef der HSG Hanau, blickt auf eine vielschichtige Geschichte zurück. Geboren in Vilnius, Litauen, kam er schon in jungen Jahren nach Deutschland, beeinflusst durch die sportliche Karriere seiner Mutter, Aida Jusienė. Vor dem wichtigen Heimspiel gegen die MT Melsungen II am Freitagabend (20:15 Uhr) erzählt er von seinen Wurzeln, prägenden Erfahrungen und seiner persönlichen Definition von Heimat.

Eine kindheit im schatten des erfolgs

Die sportlichen Gene liegen in der Familie. Mutter Aida feierte in den frühen 2000er-Jahren Erfolge in der deutschen Handball-Bundesliga mit Vereinen wie dem 1. FC Nürnberg und den Rhein-Main Bienen, gewann 2004 den DHB-Pokal und den EHF Challenge Cup. Dieser Umstand führte dazu, dass die Familie nach Deutschland zog. “Die Entscheidung, nach Deutschland zu kommen, war mutig von meiner Mutter. Ein neues Land, eine neue Sprache…”, so Jusys.

Die prägung durch die litauischen wurzeln

Die prägung durch die litauischen wurzeln

Obwohl Jusys in Deutschland aufwuchs und hier seine handballerische Ausbildung erhielt, betont er die Bedeutung seiner litauischen Herkunft. “Ich habe zwar nur kurz in Litauen gelebt, aber ich habe immer noch einen starken familiären Bezug. Mein Vater und meine Oma wohnen dort. Das ist ein Teil von mir.” Die Verbundenheit zu seiner Familie und seiner ursprünglichen Heimat prägt ihn als Mensch und Sportler.

Der handball als schicksal

Der handball als schicksal

Mit fünf Jahren begann Jusys mit dem Handballspielen. “Ich habe meine gesamte Kindheit in der Halle verbracht”, erinnert er sich. Seine Mutter nahm ihn stets mit, was seine Leidenschaft für den Sport früh entfachte. “Es war fast schon eine Vorenscheidung, aber keineswegs schlecht.” Er begann in Sulzbach am Main bei den Minis und entwickelte sich zu einem wichtigen Leistungsträger der HSG Hanau.

Vorbild mutter und die bedeutung von werten

Sein größtes Vorbild ist zweifellos seine Mutter. “Ich bewundere ihren Mut und ihre Entschlossenheit, ihre Ziele zu verfolgen und zu erreichen.” Von ihr habe er gelernt, wie wichtig Zusammenhalt und ein starker Wille sind, um erfolgreich zu sein. Sie hat ihm Werte vermittelt, die er heute auf dem Spielfeld lebt.

Erinnerungen an die nationalmannschaft

Jusys hat bereits fünf A-Länderspiele für Litauen bestritten. “Das ist etwas ganz anderes, da man als Team noch nicht eingespielt ist. Man trifft sich kurz vor dem Spiel und muss gegen stärkere Gegner antreten.” Er betont den hohen Anspruch und die Lernmöglichkeiten, die er durch die Begegnungen mit erfahrenen Spielern gewonnen hat. Besonders in Erinnerung blieb ihm die Teilnahme an der U20-EM in Nordmazedonien im Jahr 2018.

Motto und teamgeist

Sein persönliches Motto lautet: “Immer 110% geben.” Er versucht, stets an seine Grenzen zu gehen, sowohl körperlich als auch mental. “Wir sind eine relativ große Mannschaft. Wenn es bei mir mal nicht so gut läuft, versuche ich, für die anderen da zu sein. Handball ist ein Teamsport.” Er schätzt den Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung im Team.

Die kommenden aufgaben mit der hsg hanau

Am Freitagabend empfängt die HSG Hanau die MT Melsungen II. Jusys blickt optimistisch auf das Spiel. “Wir wollen den Schwung der letzten Spiele mitnehmen und unsere erfolgreiche Serie fortsetzen.” Ziel ist es, sich im oberen Drittel der Tabelle zu festigen und dabei weniger als 29 Gegentore zu kassieren und mindestens 35 Tore zu erzielen – eine Herausforderung, die bei Erfolg eine Kiste Bier vom Trainer einbringt!