Dujshebaev schmeißt descat und desbonnet raus – remili ist zurück
Talant Dujshebaev beginnt mit dem Feuerwehrhaken. Frankreichs neuer Handball-Bundestrainer nominierte seinen ersten Kader – und sorgte sofort für einen handfesten Eklat: Hugo Descat und Remi Desbonnet bleiben zu Hause, Nedim Remili darf wieder in den Hexenkreis.
Ein schnitt, der weh tut
Descat war jahrelang der Linksaußen, der den Gegner zerfetzte. 104 Treffer in 79 Länderspielen, WM-Topscorer 2023, Gesicht dieser Generation. Desbonnet hütete seit dem Januar 2022 praktisch jeden wichtigen Kasten, stand 38-mal zwischen den Pfosten. Beide sind gesund, beide sind in Form – und beide sind raus. Die Nachricht schlug in Pau und Montpellier ein wie ein Lehrgangshot in die Magengrube.
Dujshebaev erklärt es nicht. Kein Kommentar, keine PR-Floskel. Schweigen ist auch eine Antwort – und die lautet: Ich mache mir nichts aus vermeintlichen Superstars. Der Spanier mit kirgisischen Wurzeln baut lieber auf Drevy Paschal, der bislang eine einzige Minute für die Equipe trug, und auf Romain Mathias, der gegen Italien sogar komplett in der Bankkutte blieb.

Remili liefert sich sofort mit spanien ein gutachten
Am 19. und 22. März trifft Frankreich in Pau und Nantes auf Spanien – ein Duell, das in den vergangenen Jahren stets enger war als ein Korsett. Remili, seit zehn Monagen außer Dienst wegen Kreuzbandriss, soll sofort wieder Taktgeber werden. Der 29-Jährige ist der einzige Spieler im Kader, der in der Vorbereitung auf die EM 2026 fehlte. Seine Rückkehr ist Risiko und Versprechen zugleich.
Die übrigen Neulinge? Theo Monar und Benjamin Richert dürfen sich beweisen. Wer auffällt, fliegt mit nach Zagreb zur Super-Six-Turnierserie. Wer nicht, landet im gleichen Abfalleimer wie Descat und Desbonnet. Dujshebaev hat 20 Namen auf die Liste gesetzt, aber nur 16 bekommen im Sommer ein Ticket für die WM-Quali. Der Rest dient als Mahnmal für mangelnde Leistung.
Das Trainingslager beginnt am 16. März in Créteil. Für Descat und Desbonnet beginnt an dem Tag die Zitterpartie. Sie müssen zusehen, wie ihre Ersatzleute gegen Spanien punkten. Jeder Treffer der Neuen wird wie ein Stich ins alte Selbstbild sein. Frankreich hat einen neuen Sheriff – und der trägt nicht die Revolver, sondern den Stift, mit dem er einfach streicht.
