Dujshebaev räumt bei gummersbach auf: spanien-star löst kiel-köster ab
Der VfL Gummersbach schläft nicht. Während andere Klubs die Sommerpause nutzen, um Sandkasten-Träume zu weben, schickt Manager Felix Krumbholz bereits jetzt die Erfolgs-Blitzlichter ins Land. Alex Dujshebaev kommt – und mit ihm ein Hauch Champions-League-Goldstaub. Die Verpflichtung des 33-jährigen Spaniers aus Kielce ist mehr als ein Transfer: Sie ist ein Statement. „Wir wollen oben mitspielen, nicht nur dabei sein“, sagt Gudjon Valur Sigurdsson, und man glaubt ihm jedes isländische Silben-Schnalzen.
Altmeister trifft jungbrunnen – ein kader rückt zusammen
Kurz gesagt: Gummersbach tauscht Erfahrung gegen Jugend, ohne die Balance zu verlieren. Julian Köster zieht es zum THW Kiel, Dominik Kuzmanovic nach Magdeburg – zwei Leistungsträger, zwei Löcher. Doch die Oberbergischen stopfen sie mit internalem Nachwuchs und spanischer Kampf-Kultur. Nikola Roganovic (19) und Gardar Ingi Sindrason (18) sollen Kösters Tempo und Kuzmanovics Parade-Instinkt ersetzen – bei Bedarf auch gestern. Denn Sigurdsson baut nicht für die Zukunft, sondern für morgen.
Im Tor wird Ignacio Biosca künftig mit Bertram Obling ein Latein-Feuerwerk zünden. Biosca, 31, war in Nantes Stimme und Fanghand zugleich. „Er spricht Deutsch mit Akzent – aber die Sprache der Paraden ist universell“, schmunzelt der Coach. Die Vertragsauflösung mit Kuzmanovic war notwendig, um Platz für neue Energie zu schaffen. 200.000 Euro Ablöse fließen nicht, dafür fließt Leidenschaft – und genau das verkauft der VfL seinen Fans seit 160 Jahren.

Die frage heißt nicht mehr „wer kommt“, sondern „wie schnell sind sie bereit?“
Einzig Teitur Einarsson bleibt ein offener Posten. Der Isländer kann rechts wie links, aber eben auch weg. Sein Vertrag läuft 2026 aus, Verhandlungen laufen. Die Personalie ist heikel, denn mit Joao Gomes (Leihe Porto) und Tom Koschek (Leihe Leipzig) sitzen bereits zwei Links-Hand-Projekte in der Warteschleife. Sigurdsson lacht trocken: „Wir haben so viele Linkshänder, dass wir bald mit zwei Kreisen spielen könnten.“
Die Botschaft an die Konkurrenz lautet: Gummersbach spielt 2026/27 nicht mit, sondern mischt den Deckel neu. Dujshebaev bringt 120 Champions-League-Tore mit, Biosca 38 Prozent Save-Quote. Zahlen, die in der HBL sofort nach vorne rutschen. Wer jetzt noch glaubt, der VfL sei ein Fahrstuhl-Team, wird belehrt: Der Fahrstuhl steht, aber er fährt nach oben – und der Knopf für das Penthouse ist schon gedrückt.
Alles andere wäre auch ein Verbrechen gegen die eigene Geschichte. 1967 Europapokalsieger, 1976 Pokalsieger, 2005 noch Vizemeister – der VfL trägt Tradition wie ein Tattoo. Mit Dujshebaev bekommt sie frische Farbe. Sommer 2026 – der Countdown läuft. Und der Gegner tickt lauter mit jedem Tag.
