Spuck-attacke sorgt für furore: ben seghir droht zwangspause – xamax legt einspruch ein
Die Challenge League schlägt wieder Wellen. Diesmal ist Salim Ben Seghir der Mann der Stunde – allerdings für ein Ekel-Exzess, das ihm fünf Spiele Sperre einbrachte. Der Mittelfeldspieler von Neuchâtel Xamax spuckte in der Nachspielzeit des Spiels in Vaduz auf Nicolas Hasler. Bilder der Szene gingen viral, die Disziplinarkommission reagierte umgehend.
Der Franzose muss nun zusehen, wie seine Mannschaftskollegen ohne ihn auflaufen. Denn: Eine vorläufige Aufhebung der Sperre gibt es nicht. Bereits am Freitag in Nyon fehlt Ben Seghir – und das ist erst der Anfang. Xamax reichte am Mittwoch Einspruch ein, doch die Juristen des Schweizer Fussballs haben die Härte der Strafe bisher unangetastet gelassen.
Die zahlen sprechen eine deutliche sprache
Seit Februar hat die Liga fünf Spiele Sperre als Mindeststrafe für Spuckattacken festgelegt. Kein Verband in Europa geht so konsequent vor. Ben Seghir ist mit seinem Affektakt das neue Paradebeispiel. Für Xamax ein Schock, denn der 22-Jährige war gerade auf dem Weg zur Leistungsträger-Rolle. Dreifeuer vor dem Tor, sieben Vorlagen – das waren seine Auswertungen vor dem Rückrundenstart. Nun droht ihm ein Monat Zwangspause, die Saison plötzlich auf der Kippe.
Intern macht der Klub klar, dass die Tat nicht zu entschuldigen sei. Gleichzeitig hofft die sportliche Leitung auf eine Halbierung der Strafe, sollte der Einspruch Erfolg haben. Die Beweislage ist eindeutig: TV-Aufnahmen zeigen den Spuckvorgang in Nahaufnahme. Hasler reagierte sichtlich angewidert, der Schiedsrichter notierte das Vergehen sofort. Für Xamax ein Déjà-vu: Erst im Vorjahr musste der Verein wegen eines Remplers in der Nachspielzeit 3.000 Franken zahlen.

Spiel gegen nyon wird zur bewährungsprobe
Ohne Ben Seghir reist Xamax ins Waadttal. Die letzte Niederlage dort liegt zwei Jahre zurück. Doch die Statistik tägt: In den letzten drei Partien ohne den Franzosen holte der Klub nur einen Punkt. Trainer Marco Schällbaum muss umstellen. Favorit auf den freien Platz im Mittelfeld: Geoffrey Mujangi Bia, zuletzt Joker mit Torbeteiligung. Die Frage ist: Wer übernimmt die aggressive Ballsicherung, die Ben Seghir auszeichnete?
Für die Fans ist die Situation ein Drahtseilakt. Auf sozialen Medien polarisiert die Spuck-Attacke: Die einen fordern eine lebenslange Sperre, die anderen sprechen von einem „Ausrutscher im Adrenalinrausch“. Die Wahrheit liegt dazwischen. Fakt ist: Die Liga will ihre Sauberkeitskampagne durchziehen. Ben Seghir ist das aktuelle Exempel. Ob der Einspruch noch vor dem Spiel in Nyon entschieden wird, ist offen. Die Uhr tickt – für den Spieler, für den Klub, für die ganze Challenge League.
