Ducati in austin: drama, golf und ein hauch von verzweiflung
Austin, Texas – Das Ducati-Team hat am vergangenenWochenende beim Großen Preis der USA in Austin eine Achterbahn der Emotionen erlebt. Zwischen Golf-Putt und MotoGP-Action offenbarte sich ein Blick hinter die Kulissen, der weniger von Triumph als von Frustration und verpassten Chancen geprägt war. Sowohl Marc Márquez als auch Pecco Bagnaia hatten mit Problemen zu kämpfen, und die Freude über ein paar Lichtblicke konnte das Gesamtbild nicht aufhellen.
Ein humorvoller auftakt und unerwartete stolpersteine
Die Reise nach Texas begann mit einer lockeren Golfrunde, bei der der Teamchef Tardozzi mit seinen, sagen wir mal, „verbesserungswürdigen“ Schwüngen für einige Lacher sorgte. Doch die Stimmung sollte sich schnell wenden. Der Freitag wurde von einem beängstigenden Sturz Marc Márquez' überschattet. In Kurve 10 verlor er die Kontrolle über sein Bike und musste sich mit einem Schreck davonkommen. „Ich habe sie ein bisschen verloren, hinten“, gestand der Spanier nach dem Vorfall. Ein neues Kapitel in der Geschichte der Ducati.
Die Ursache für den Sturz schien in einigen frischen Schlaglöchern auf dem Kurs zu liegen. „Es war mein Fehler“, räumte Márquez später ein. „Die Maschine hat sich bewegt, und ich war zu optimistisch. Ich habe einen Fehler gemacht.“ Die Analyse im Box zeigte, dass er besonders in den Kurven 2, 3 und 4 Schwierigkeiten hatte, wobei er sich fragte, ob das Problem eher an ihm als am Bike läge.
Ein Hoffnungsschimmer inmitten des Chaos
Trotz der anfänglichen Turbulenzen ließ Márquezs schnellste Runde im freien Training kurz aufkeimen. Der Mechaniker Marco Rigamonti neckte ihn humorvoll: „Er hatte Angst, als er seinen Finger gesehen hat!“. Jorge Martín zeigte sich interessiert, verlangte aber nach mehr Sicherheit: „Da müsste ein Airfence hin.“ Ein Vorschlag, den Márquez auch mit Bagnaia diskutierte, der sich bereits an Loris Capirossi gewandt hatte.

Sprint-strafe und sonntagsschmerz
Der Samstag brachte eine gemischte Leistung: Pecco Bagnaia erreichte den vierten Platz, während Márquez als Sechster ins Ziel kam. Der Sprint endete für Bagnaia als Zweiter, knapp hinter Martín – ein kleiner Sieg, der aber die allgemeine Enttäuschung nicht ganz wettmachen konnte. Márquez entschuldigte sich kurz darauf bei Di Giannantonio für seinen Fehler im Sprint, wobei er erklärte, er habe eine andere Linie ansteuern wollen. Die Strafe von einer oder zwei Long-Lap-Penalty konnte er sich, wie er zugab, „verdienen“.
Am Sonntagnachmittag gab es wenig Trost für die Ducati-Fans. Während Toprak Razgatlioglu und Miller sich noch einen humorvollen Schlagabtausch lieferten, beendete Márquez das Rennen als Fünfter. „Wenn ich nicht so viel Zeit beim Überholen von Pecco und Bastianini verliere, hätte ich Diggia erwischt“, analysierte er. „Das Bike ist kritisch, aber ich auch. Es kostet mich. Das Bike ist ein Punkt, aber ich bin ein weiterer Punkt, denn wenn wir in Thailand und Brasilien gut in die ersten drei Runden starten, können wir gewinnen.“
Bagnaia war ebenfalls frustriert und beendete das Rennen als Zehnter. „In den letzten drei Rennen an Sonntagen dieses Jahres kann ich nicht so angreifen, wie ich es mir wünsche. Ich überlebe nur. Und trotzdem zerstöre ich den Reifen“, klagte er. Die Aufgabe für Borgo Panigale ist klar: Es gilt, die Balance zu finden und das Potenzial des Ducati-Rennsports voll auszuschöpfen.
