Dsv räumt auf: frauen-team bekommt doppel-spitze – mehringer und röiseland raus

Die Klatsche dieses Winters hat Spuren hinterlassen. Noch während die letzten Flutlichter in Kontiolahti erloschen, zog Felix Bitterling die Notbremse: Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Röiseland müssen den deutschen Biathlon-Damen den Rücken kehren. Acht Jahre nach Mehringers Amtsantritt, zwei Jahre nach Röiselands norwegischem Feuerwerk – ende.

„Wir hatten zu wenig sverre, er zu viel heimweh“

Der Sportdirektor schob es auf die Arithmetik des Lebens: Röiselands zweites Kind steht bevor, die Reisetage überstiegen längst die Familien-Toleranzschwelle. Mehringer dagegen wandert innerhalb des Verbandes weiter, seine neue Rolle bleibt vage – „sehr wichtig“, mehr verrät der DSV vorerst nicht. Bitterling ließ die Tür auf: „Eine Rückkehr ist nicht ausgeschlossen.“ Doch das klingt nach Floskel, nicht nach Plan.

Die Saisonbilanz ist brutal: keine Einzel-Podestplatz der Frauen bei der WM, Sprint-Weltcup-Rang sieben, Gesamt sogar nur neun. Die Zahlen schreien nach Konsequenz – und die kommt nun in Person neuen Coachs, deren Namen niemand nennt.

Herrmann-wick fordert „innovation und weltklasse-dna“

Herrmann-wick fordert „innovation und weltklasse-dna“

Den Fahrplan liefert prompt Denise Herrmann-Wick. Die Olympiasiegerin, diesmal als ZDF-Expertin im Studio, nagelt die Forderungen an die Wand: „Wir brauchen jemanden, der schon bewiesen hat, dass er Athletinnen an die Spitze bringt – und trotzdem den Blick auf den Nachwuchs richtet.“ Ihr Satz trifft mitten in die Lücke, die Mehringer hinterlässt: technische Stabilität, aber kein Durchbruch bei der jungen Garde.

Die Entscheidung fällt in den kommenden Wochen. Kandidaten? Stillschweigen. Intern kursieren zwei Namen: ein kanadischer Mental-Coach mit Skandinavien-Erfahrung und eine ehemalige Weltcup-Siegerin aus Frankreich – beide unbestätigt. Ex-Kapitän Franziska Preuß postierte lediglich ein verschwommenes Foto vom DSV-Kontor mit dem Kommentar: „Neuer Wind. Mehr verrate ich nicht.“

Die Athletinnen selbst reagieren verhalten. Janina Hettich-Walz twitterte ein „Augen-Emoji“, Vanessa Voigt schickte via WhatsApp-Gruppe lediglich „mal sehen“. Die Kommunikation bleibt vage – typisch für einen Verband, der in den vergangenen Monaten vor allem eins verlor: Glaubwürdigkeit.

Für die Fans ist die Botschaft klar: Wer auch immer die Zügel übernimmt, muss nicht nur Schieß- und Laufbahnen optimieren, sondern vor allem eine verschworene Einheit aus 15 Individualistinnen schmieden. Die Zeit drängt: In 180 Tagen startet der neue Weltcup in Östersund. Dann will Bitterlings Nachfolger keine Entschuldigungen mehr hören, sondern Schüsse, die sitzen – und endlich wieder ein Podest, das nicht nur aus Holz besteht.