Dronero schreibt football-geschichte: 22-0-kantersieg jagt luese in die amateurbücher
22 Tore. Kein Schreibfehler. Die Pro Dronero hat die Luese im Piedmont-Liga-Spieltag regelrecht zerschossen und damit die bisher höchste Niederlage der italienischen Amateurfußball-Chronik geschaffen – zugunsten der Hausherren.
Kein Gegentor bis zur 90. Minute, elf verschiedene Torschützen, ein Boglione, der allein fünfmal traf. So etwas schaut selbst im Kreispokal nicht jeder Samstag. Doch was wie ein Trainingsspiel klingt, ist Realität in der Eccellenza piemontese, der fünften Spielklasse Italiens.
Der torreigen im detail
4. Minute: Boglione trifft zum 1-0 – der Beginn eines wahren Tor-Karussells. Dalmasso und Boniello liefern sich ein Nebenschauplatz-Duell auf Hattrick-Niveau, Naranjo knallt vier Bälle ins Netz, während Caridi, Serino, Isoardi, Giraudo und De Peralta sich die restlichen Treuer aufteilen. Die Luese? Stand wie gelähnt, kassierte in jedem Drittel mindestens sieben Gegentreffer.
Zahlen sind trocken, aber sie erzählen hier die ganze Geschichte: 22 Abschlüsse fanden ihr Ziel, 16 davon schon bis zur Pause. Die Gäste aus Alessandria stellten weder Abwehr noch Moral sicher – was bei diesem Resultat auch kaum mehr möglich war.

Was bedeutet das für die tabelle?
Die Pro Dronero klettert dank der massiven Tor-Differenz auf Relegations-Rang und entflieht zumindest optisch dem Tabellenende. Für Luese sieht es düster aus: Nur zehn Punkte aus 24 Spielen, das letzte Mal gewann die Mannschaft im Oktober. Das 0:16 gegen Cuneo im Januar war der alte Negativrekord – jetzt ist er Geschichte, noch bitterere Geschichte.
Der Fanalino di coda, der Tabellenletzte Pinerolo, darf im Keller derzeit durchatmen, denn der Rückstand auf Luese beträgt nur fünf Zähler. Bei drei ausstehenden Partien ist die direkte Demotion noch lange nicht vom Tisch, doch die moralische Scharte nach diesem Debakel dürfte schwerer heilen als ein Punkteabstand.
Wer jetzt nach Erklärungen sucht, findet sie auf dem Platz: Luese agierte ohne Mittelfeld, stellte die Abseitsfalle verkehrt und verlor alle Zweikämpfe. Dronero nutzte jede Lücke, spielte mit dem Selbstvertrauen eines Teams, das endlich den Abstiegsrucken abschütteln will. Die Anzahl der Tore mag außergewöhnlich sein, die Ursache ist banal – ein klares Missverhältnis von Einsatz und Qualität.
Rekordspiele wie dieses sind Schnee von gestern, sobald der nächste Ball rollt. Doch die 22 Kugeln im Netz bleiben – und sie erinnern daran, dass Amateurfußball ebenso unerbittlich sein kann wie die Serie A. Für Luese heißt es nun: Kopf aus dem Sarg, Beine auf den Platz. Sonst wird aus der 22-0-Pleite nur die Vorschau auf das Ende einer Saison, die man schnell vergessen will.
