Handball-regionalliga: aufstiegsrennen spitzt sich zu – jetzt zählt jeder wurf
Die Zielgerade ist erreicht, die Pulsfrequenz steigt. In allen zehn deutschen Handball-Regionalligen entscheidet sich innerhalb der nächsten Tage, wer 2025 in der 3. Liga aufläuft – und wer sich mit der Rolle als ewiger Prätendent begnügen muss. Die Tabellen spiegeln keine Wünsche wider, nur kalte Zahlen. Und die sagen: Es gibt kaum ein Lächeln ohne Risiko.
Hsv ii dominiert norden, werder muss in cottbus zittern
In der Regionalliga Nord hat der HSV Hamburg II mit 38:2 Punkten längst Vollgas gegeben, die Verfolger hinterlassen maximal theoretische Spuren. Anders im Nord-Osten: HV Grün-Weiß Werder führt zwar, doch am 28. März gastiert der Spitzenreiter beim nächsten Verfolger LHC Cottbus. Ein Ausrutscher und die Spree-Stadt schnuppert an der Spitze.
Die Situation in Niedersachsen-Bremen wirkt auf den ersten Blick klar: TSV Burgdorf II und Northeimer HC belegen die Aufstiegsplätze. Doch Burgdorf muss am vorletzten Spieltag gegen TvdH Oldenburg ran, während Northeim nach Ostern bei MTV Großenheidorn antritt – die wiederum nur drei Punkte Rückstand haben. Ein Krimi mit Overtime-Charakter.

Loxten kann schon am wochenende feiern
In Westfalen dagegen droht vorzeitige Vorentscheidung. Die Sportfreunde Loxten empfangen am Samstag den CVJM Rödinghausen. Ein Heimsieg würde den 41:1-Saisonzähler in die 3. Liga katapultieren – und die Rivalen VfL Gladbeck sowie HC Westfalia Herne vorzeitig in die Sommerpause schicken.
Ein anderes Bild in Nordrhein: Dort liefert sich TSV Bayer Dormagen II ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der HSG am Hallo Essen. Dormagen holte am Wochenende die „Big Points“ in Korschenbroich, doch am 12. April gastiert Essen beim Tabellenführer. Wer da punktet, darf im Mai bereits die Aufstiegsurkunde in die Hand nehmen.

Delitzsch patzt nicht, bayern-duell kocht auf
In Mitteldeutschland führt NHV Concordia Delitzsch zwar mit 43:5 Zählern, doch die Verfolger HC Elbflorenz II und SV Anhalt Bernburg rechnen weiter. Die Devise lautet: Hoffen, bis die Mathik ausfällt. In der Südwest-Region dagegen könnte HV Vallendar bereits am vorletzten Spieltag den Sekt kaltstellen – vorausgesetzt, die SG Zweibrücken verliert das Top-Duell auf heimischem Parkett.
Die Regionalliga Bayern wird zum Schaulaufen der Nerven. SG Regensburg führt mit zwei Punkten Vorsprung vor HaSpo Bayreuth. Am drittletzten Spieltag gastiert Regensburg beim Verfolger, am letzten Spieltag bei HT München. Drei Spiele, ein Ziel: keine Panik im Angriff.
Baden-württemberg bleibt das wilde schachtelfinale
Keine Liga wirkt so verrückt wie die Regionalliga Baden-Württemberg. Hier trennen HSG Albstadt (35:13) und der TSV 1866 Weinsberg (30:18) nur fünf Punkte. Das Wochenende bringt Albstadt gegen Willstätt/Hanauerland und Schwäbisch Gmünd gegen Baden-Baden. Ein Sieg plus eine Niederlage des Konkurrenten – und die Tabelle kippt.
Die Handball-Welt schaut nach vorn. Nach 26 Spieltagen, 400 Toren und unzähligen Bandagen zählt nur noch eins: wer am 1. Mai die Nerven behält, darf im Sommer in der 3. Liga trainieren. Alle anderen schauen von unten hinauf – und wissen, dass die nächste Saison wieder bei Null beginnt.
