Drei teenager schubsen juve, roma und como richtung champions league

Ein Schritt Richtung Champions League, ein Schritt Richtung Zukunft. In den letzten acht Serie-A-Spielen hängt Europas Ticket am rechten Fuß von Kenan Yildiz, am linken von Assane Diao und an der ersten Bewegung von Robinio Vaz. Drei Clubs, drei 18-Jährige, ein Platz – mehr Dramatik geht nicht.

Como, juventus und roma setzen auf kinder statt millionen

Como, juventus und roma setzen auf kinder statt millionen

Juve-Coach Motta lässt Yildiz seit Wochen durch die Mitte tanzen, weil die Alternative lautet: Verzicht auf Tempo. In der Hauptstadt mischt Diao gegen Pressing mit, wo früher Dybala glänzte. Und am Comer See? Vaz jagt Gegner, weil der Stammverteidiger mit 33 nicht mehr rangekommen ist. Die Kurve jubelt, die Scouts notieren.

Die Zahlen sind hart: Zwischen Platz vier und sieben liegen zwei Punkte. Wer am 38. Spieltag weg schaut, fliegt raus. Die Klubs wissen, dass ein Patzer reicht, um die 50-Millionen-Einnahme der Königsklasse platzen zu lassen. Also vertrauen sie Jungen, die vor zwölf Monaten noch mit der Schul-Mannschaft kickten.

Lo que nadie cuenta ist die Angst. Yildiz bekam vor dem Mailand-Derby einen anonymen Brief: „Schenk uns die Champions League.“ Er steckte ihn ins Portemonnaie und traf gegen Inter. Diao findet nachts keine Ruhe, weil sein Bruder via FaceTime überprüft, ob er wirklich schläft. Vaz hat das Trikot von Inzaghi junior aufgehängt – als Erinnerung, dass der Sprung möglich ist.

Die Scouts von Bayern, City und Arsenal sitzen bereits in den Reihen. Die Ablöse könnte im Sommer explodieren, doch zählt nur der nächste Samstag. Denn wenn einer der Trio trifft, rutscht ein Rivale auf Platz fünf – und die Saison ist gelaufen. Die Logik des Spiels ist gnadenlos: Wer zuerst reift, jagt den Club allein durchs Ziel.

Es ist die vielleicht irrste Play-off-Phase der Serie A: drei Teams, drei Kinder, ein Traum. Die Kurven singen, die Kameras zoomen. Und irgendwo in Turin, Rom und am Lago di Como laufen drei 18-Jährige auf, als ginge es um ihr Leben – weil es genau das tut.