Draisaitl zündet deutsches feuerwerk und wirft stützle raus
Leon Draisaitl schreibt
in der Nacht auf Mittwoch kurz nach 23:00 Uhr Ortszeit in Edmonton zwei Tore, drei Assists – und eine klare Botschaft an Tim Stützle: Der deutsche Dauerbrenner trägt noch immer die Krone. Mit fünf Scorerpunkten schießt der Kölner die Oilers in der Overtime zum 5:4 gegen Ottawa und kühlt Stützles Aufstiegsfantasien auf 1:50 Minuten Eiszeit ab.Das Spiel war ein Lehrstück in Sachen deutsche Rivalität. Stützle legt zwei Vorlagen auf, bleibt aber ohne eigenen Treffer. Draisaitl antwortet mit dem 1:1 und dem 2:2, bevor Evan Bouchard den Puck zur Entscheidung durch die Knie von Anton Forsberg jagt. Es ist erst der zweite Sieg der Oilers nach sieben Partien – und ein Schlag ins Kontor der Senators, die in der Atlantic Division schon wieder den Anschluss verpassen.
Die zahlen, die die liga verändern
Draisaitl springt mit 93 Punkten auf Rang drei der Gesamtwertung, nur noch zwei hinter Connor McDavid. Stützle bleibt bei 71 Zählern, doch die Lücke zwischen den beiden deutschen Superstars wächst auf 22 Punkte. Die Oilers schieben sich auf Platz vier der Pacific Division, Ottawa rutscht auf Rang neun der Eastern Conference ab. Die Playoff-Linie ist für die Senators jetzt schon fünf Punkte entfernt – bei noch 18 Spielen bis zum Cut.
Die Nacht liefert noch mehr deutsche Farbe. J.J. Peterka trifft bei Utahs 3:2 in Washington und sammelt seinen 28. Saisontreffer. Nico Sturm feiert mit Minnesota ein 5:1 gegen Tampa Bay und schraubt seinen Plus-Minus-Wert auf plus-14. Marco Sturm, jetzt Co-Trainer in Boston, siegt mit den Bruins 2:1 gegen Pittsburgh und festigt Platz zwei der Eastern Conference.
Warum diese nacht edmonton bewegt
Die Oilers haben ihre Identität wieder entdeckt: Speed, Powerplay, Draisaitl. Die Serie von vier Niederlagen in Folge ist gerissen, der Glauben an die direkte Playoff-Qualifikation zurück. Headcoach Kris Knoblauch stellt nach dem Spiel klar: „Wenn Leon so spielt, brauchen wir keine System-Debatte.“ Die Wahrheit ist härter: Edmonton hat in den letzten zehn Spielen 34 Tore kassiert – nur drei Teams waren schlechter. Draisaitls Offensiv-Feuerwerk übertüncht die Defensiv-Brüche, doch im April zählen nur zwei Dinge: Punkte und Platz vier.
Die Senators dagegen stecken im Selbstzweifel. Stützle mag jung sein, doch die Verantwortung lastet schwer. Ottawa kassierte in den letzten fünf Spielen 21 Gegentore – und genau hier liegt der Unterschied: Draisaitl trifft, wenn es brennt, Stützle assistiert, wenn es fast zu spät ist. Die Uhr tickt laut für Kanadas Hauptstadt-Team.
Die Saison ist nicht gerettet, die Playoff-Tür aber steht wieder offen. Draisaitl hat gezeigt, warum er der teuerste deutsche Spieler der Liga ist. Stützle lernte, dass Krone tragen auch heißt, sich die Scharte nicht von der Stirn wischen zu lassen. Nächstes Duell: 23. März in Ottawa. Dann zählt nur noch eins – Revanche oder Bestätigung.
