Dosso rast olympiasiegerin alfred – die 60-meter-wm kriegt eine neue königin
Zaynab Dosso hat in Torun die große Julien Alfred versenkt. Mit 7,00 s stach die Italienerin die Paris-Olympiasiegerin auf den letzten Metern aus – und sorgte für das erste italienische Gold über 60 m seit 1999.
Schwartz spürt den atem der weltspitze
Philina Schwartz war nur Zuschauerin im Finale, aber mit 7,18 s im Vorlauf hatte sie sich den Eintritt in die internationale Sprint-Galaxis erkämpft. „Ich bin neben Gabby Thomas gestanden und hab gedacht: Das ist jetzt echt“, sagt die 19-Jährige. Das Halbfinale war nach 7,20 s vorbei, Platz 16 – und ein neues Lebensgefühl.
Die Zahlen zeigen, wie eng der Kreis der Weltbesten geworden ist. Zwischen Dosso und der Letzten, Patrizia van der Weken, lagen nur 0,10 s. Alfred verlor Silber in den letzten drei Tausendsteln, weil sie den Lauf zu früh für beendet hielt. „Ich habe gespürt, dass da noch jemand kommt“, sagte sie später – und meinte Sears, die sie auf der Linie noch überholte.

Der deutsche anschluss kommt schneller als gedacht
Schwartz‘ Saisonziel war ursprünglich 7,30 s. Nach drei Wochen Wettkampf steht sie jetzt bei 7,18 s – und hat den Ehrgeiz geweckt, den Lückenkemper-Platz nicht nur zu besetzen, sondern zu erweitern. Ihr Trainer Thomas Krems rechnet vor: „Bei konstanten 7,1ern ist Mitte Juli mit der richtigen Frische ein 11,0-Sekunden-100-m-Lauf drin.“ Das wäre Weltklasse-Niveau.
Dosso selbst war vor zwölf Monaten noch eine Kuriosität: Sprinteuropameisterin im Stafettenlauf, aber über 60 m außerhalb der Top-30. Durch den Wechsel zu Laurent Meuwly, dem ehemaligen Verbands-Coachtitan der Schweiz, änderte sich das. Er schraubte ihre Startphase um 0,04 s nach unten – genug, um Alfred auf den letzten Metern die Luft zu nehmen.
Für Deutschland bleibt ein Fakt: Die nächste Sprint-Generation ist nicht mehr nur Hoffnung, sondern schon Realität. Schwartz fliegt am Montag zurück nach Dortmund – und direkt weiter ins Trainingslager nach Potchefstroom. Dort wartet ein Schild an der Wand: „7,05 s oder nach Hause.“ Die Uhr tickt. Und sie hat jetzt Beweise, dass sie mithalten kann.
