Doppelt mehr, null punkte mehr: leverkusen verschenkt den bayern-sieg

Leverkusen – 71 Minuten lang spielte Bayer mit einem Mann mehr, zwölf sogar mit zwei. Das Ergebnis: 1:1. Die Werkself schaffte das Unmögliche und verpasste gegen einen klapprigen FC Bayern sogar den klingenden Heimsieg. Dabei hatte Aleix Garcia nach sechs Minuten die BayArena bereits in Ekstase versetzt. Doch am Ende standen die Bayern jubelnd da, als hätten sie gewonnen – und die Hausherren, als stünden sie auf Abstiegsplatz.

Die erste rote karte: jackson grätscht terrier um, müller greift ein

Nicolas Jackson war noch nicht mal richtig im Spiel, da flog er schon wieder raus. Die 41. Minute, ein Standardduell, ein Zweikampf mit Martin Terrier. Jackson setzt zur Grätsche an, trifft den Leverkusener am Knöchel. Schiedsrichter Dingert zückt zunächst Gelb, doch VAR Pascal Müller sieht die Zeitlupe und wandelt die Karte um. Für Jackson die dritte Rote in dieser Saison – ein Rekord, der ihn mehr kostet als nur drei Spiele Sperre. Terrier muss mit Bänderriss ausgewechselt, Ibrahim Maza kommt. Die Bayern sind auf einmal mit zehn Mann unterwegs, Kompany reagiert, stellt um auf eine 4-4-1 ohne Spitze. Die erste große Chance nach dem Platzverweis gehört trotzdem München: Olise schickt Diaz, der sich den Ball zurechtlegt – und frei vor Blaswich an den Pfosten knallt.

Der zweite platzverweis: diaz sieht gelb-rot – für eine schwalbe, die keine war

Der zweite platzverweis: diaz sieht gelb-rot – für eine schwalbe, die keine war

Minute 84, Diaz geht im Strafraum zu Boden, Blaswich streift ihn leicht am Fuß. Dingert pfeift Schwalbe, zückt Gelb-Rot – Diaz fliegt, Leverkusen spielt mit zwei Mann mehr. Die Entscheidung ist umstritten, die Bilder zeigen: Kontakt war da. Doch die Werkself nutzt die doppelte Überzahl nicht. Stattdessen verpasst Hofmann in der 89. Minute das vermeintliche 2:1 – Abseits, erneut per Millimeter-Entscheidung. Die Bayern retten sich durch reine Willenskraft, Leverkusen verpasst die Tabellenführung.

Die Zahlen sind brutal: 17:7 Torschüsse nach der Roten Karte, 68 Prozent Ballbesitz für Bayer in der zweiten Hälfte, xG von 2,1 – und trotzdem nur ein Punkt. Für die Bayern bedeutet das 1:1 den fünften Auswärtspunkt in Folge, trotz zweier Rote Karten. Für Leverkusen bleibt die Erkenntnis: Selbst mit zwei Mann mehr reicht es nicht, um die München zu schlagen. Am Dienstag geht’s nach London zum FC Arsenal – und plötzlich ist nicht mehr klar, wer hier eigentlich der Favorit ist.