Domenech-kritik: ribery kontert mit humor – und einem augenzwinkern

Die französische Fußball-Nationalmannschaft von 2010 wird weiterhin von einem Sturm der Entrüstung heimgesucht. Eine neue Netflix-Dokumentation, die auf den Tagebüchern des damaligen Trainers Raymond Domenech basiert, wirft ein scharfes Licht auf die Ereignisse, die zur historischen Blamage bei der Weltmeisterschaft in Südafrika führten. Und Franck Ribery, einst einer der Stars der Équipe tricolore, reagiert auf die schonungslose Abrechnung mit einem Augenzwinkern.

Ein tagebuch voller vorwürfe: domenechs abrechnung

Ein tagebuch voller vorwürfe: domenechs abrechnung

Die Doku, betitelt „Der Bus: Die Revolte der Les Bleus“, enthüllt ein erschreckendes Bild des Verhältnisses zwischen Domenech und seinen Spielern. Der Trainer scheute keine drastischen Worte, als er seine Frustration und seinen Ärger in seinem Tagebuch festhielt. Nicolas Anelka wird als „Vollidiot“ gebrandmarkt, Thierry Henry als „selbstbezogener Löwe“ aufgrund seines Sternzeichens, und die gesamte Mannschaft erntete den Spott des Trainers, der von „einem regelrechten Hass“ sprach. Besonders hart traf es Ribery, den Domenech als „Maulwurf“ bezeichnete, weil dieser die Vorfälle unmittelbar nach dem Spiel öffentlich machte.

Die WM 2010 in Südafrika markiert eines der dunkelsten Kapitel in der jüngeren Geschichte des französischen Fußballs. Das Ausscheiden als Tabellenletzter war nur die Spitze des Eisbergs. Der Eklat in der Halbzeitpause des Spiels gegen Mexiko, als Anelka seinen Trainer beleidigte und daraufhin das Turnier vorzeitig verlassen musste, eskalierte die Situation weiter. Der anschließende Spielerstreik und die Einmischung von Regierungsvertretern machten die Angelegenheit zu einem nationalen Skandal.

Die Reaktion von Ribery kam prompt und überraschend humorvoll: „Mamma Mia Domenech, ich liebe dich sehr … ich hebe mir die wahre Geschichte für später auf.“ Ein Kamera-Emoji rundete die Antwort des ehemaligen Bayern-Stars ab. Es bleibt abzuwarten, welche „wahre Geschichte“ Ribery bereithält, aber seine Reaktion deutet darauf hin, dass er die Anschuldigungen seines Ex-Trainers mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis genommen hat.

Die Netflix-Dokumentation verspricht, ein tiefgreifendes und schonungsloses Porträt einer Mannschaft zu liefern, die an ihren eigenen Konflikten und dem Führungsversagen scheiterte. Ob sie die Wunden der Vergangenheit heilen oder sie noch weiter aufreißen wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Die Geschichte der WM 2010 wird weiterhin für Gesprächsstoff sorgen.