Djokovic wirft das handtuch: miami-debakel wegen schulter-aus
Novak Djokovic flog nach Indian Wells heim – und lässt die nächste Sonne links liegen. Der Serbe sagt Miami ab, die zweite Hälfte des Sunshine Double wird zur Sonnen-Finsternis.
Die schulter ist hin, der terminkalender auch
Statt auf dem Hartplatz von Key Biscayne zu stehen, sitzt der 38-Jährige in Belgrad am Physiotisch. Eine Reizung der rechten Schulter, diagnostiziert nach dem Achtelfinal-Aus gegen Jack Draper, zwingt ihn zur Pause. Die Kompressionsmanschette, die er in der Wüste Kaliforniens schon trug, war kein Modeaccessoire – sie war Warndreieck.
Drei Tage nach dem Drei-Satz-Krimi gegen den Briten brach Djokovic den Start ab. „Wenn ich fünf Minuten nicht aufschlage, fühlt sich der erste Ball wie ein Messerstich an“, sagte er noch im Tennis Channel. Die Folge: Null Punkte in Miami, Ranglisten-Punkte, die er eigentlich einfahren wollte, um die Lücke zu Jannik Sinner und Carlos Alcaraz nicht weiter wachsen zu lassen.

Miami ohne king – und das hat folgen
Seit 2007 fehlte Djokovic nur zweimal in Florida – 2019 wegen Ellbogen-OP, 2021 wegen Pandemie-Ausreise-Streit. Jetzt kommt die dritte Absage. Für das Turnier ein Imageschaden: Der sechsmalige Champion zieht Zuschauer magnetisch an, TV-Quoten brechen ein, wenn sein Name fehlt. Für Djokovic selbst bedeutet das Aus: Er verpasst die Chance, seine 24. Grand-Slam-Pause mit einem Masters-Titel zu versüßen.
Der Kalender wird rar. Paris, Wimbledon, New York – mehr Premium-Events bleiben nicht. Djokovic hat sich in den vergangenen zwei Jahren auf Majors reduziert, die Nebenkriegsschauplätze strich er konsequent. Miami galt als Test, ob der Körper noch zwei Wochen am Stück höchste Dosis verkraftet. Die Antote lautet: nein.
Die ATP-Weltrangliste wird ihn trotzdem nicht sofort bestrafen – seine Vorsprünge aus 2025 reichen noch. Aber die Uhr tickt. Sinner sammelt weiter Punkte, Alcaraz jagt ihn. Und Djokovic? Der jagt den Schmerz. Physiotherapeuten sprechen von drei Wochen kompletter Ruhe, bevor er wieder aufschlagen darf. Die Saison ist erst zwei Monate alt, und schon steht der Serbe vor dem altbekannten Spagat zwischen Heilung und Hektik.
Miami verliert seinen König – und Djokovic verliert Zeit. Die Tage zwischen den Grand Slams schrumpfen, die Konkurrenz wird jünger, die Schulter älter. Wenn er in Rom wieder aufläuft, wird die Frage nicht lauten: Kann er noch gewinnen? Sondern: Hält er durch?
