Die königsklasse a ballt sich am mar menor, 779 boote jagen doreste und surowiec

Windalarm am Salzsee Europas. Das Mar Menor wird bis Freitag zum glasklaren Schachbrett der Klasse A, wo sich 779 Regattasegler aus 19 Ländern die Krone streitig machen. Keine Übung, kein Kindergeburtstag: hier zählen nur Sekundenbruchteile und der pure Adrenalinlauf.

Der pole gegen den rest der welt

Jakub Surowiec reist als Titelverteidiger an. Im vergangenen Jahr ließ er in Riccione den Italiener Lamberto Cesari und den Spanier Manuel Calavia hinter sich. Calavia, Bronze von damals, hat den Flug nach Murcia genutzt, um sich diesmal die Silbermedaille zu nehmen – oder gleich Gold. Wer ihn kennt, weiß: Er hasst zweite Plätze.

Die 36 Boote in der Open-Wertung kreuzen unter gleichem Druck. Die Startlinie ist ein schmaler Streifen Wasser, hinter der Wüste steht. Ein Fehlstart und die Saison ist gelaufen.

Doreste jagt den doppelpack

Doreste jagt den doppelpack

In der Classic-Abteilung erwartet das Feld den Kanarier Gustavo Doreste. Der Mann ist kein Geheimtipp mehr, er ist die Referenz. Zweimal in Folge Europameister, zweimal unantastbar. Jetzt soll es das Triple werden. Die 43 Konkurrenten aus Argentinien bis Schweden wissen, dass sie ihn nicht segeln, sondern jagen müssen.

Die Liste der Teilnehmer liest sich wie ein Atlas: Alemania, Australia, Estados Unidos, Hungría, Islas Vírgenes – alle sind vertrent. Wer am Mar Menor startet, segelt gegen die Welt.

Thermik statt lotterie

Thermik statt lotterie

Der Trumpf des Mar Menor liegt im Wind. Stabile Thermik, kaum Wellen, dafür Geschwindigkeiten, die an Land wie ein leiser Motorsound klingen. Die Segler lieben diesen See, weil er keine Überraschungen bietet – und genau deshalb ist er so grausam. Keine Ausreden, nur Zahlen auf der Scorekarte.

In fünf Tagen wird klar sein, wer lügt und wer segelt. Wer hier gewinnt, trägt das Jahr die ungeschminkte Wahrheit Europas auf der Trägerfläche.