Dhfk leipzig geht in flensburg mit drei roten karten unter

Es hätte ein Abend werden können, der Mut macht. Wurde es nicht. Der SC DHfK Leipzig verlor am Samstagabend beim Tabellendritten SG Flensburg-Handewitt mit 28:36 – und das nach einer ersten Halbzeit, die noch echte Hoffnung geweckt hatte. Drei Rote Karten, ein 0:4-Lauf im zweiten Durchgang und am Ende eine Niederlage, die den Abstiegskampf der Sachsen noch bedrohlicher macht.

Frühe führung, frühe eskalation: preuss fliegt nach sechs minuten

Vor 6.300 Zuschauern in der Flensburger Arena starteten die Leipziger tatsächlich besser. Schnell 3:1 vorne, Tempo hoch, Selbstvertrauen spürbar. Dann, nach gerade einmal sechs Minuten, der erste Bruch: Moritz Preuss sah nach einem Gesichtstreffer die Rote Karte. Videobeweise unterbrachen den Spielfluss, die Halle wartete, und die Dynamik kippte.

Flensburg nutzte die Überzahl, glich aus und ging durch Johannes Golla in der 10. Minute mit 7:6 erstmals in Führung. Was folgte, war das Duell zwischen einem Mann und einer Mannschaft: William Bogojevic hielt Leipzig mit sechs Treffern bis zur 24. Minute im Spiel, traf wuchtig zum 15:14 – und traf dann auch seinen Gegenspieler im Gesicht. Zweite Rote Karte für die Sachsen. Bogojevic, bester Leipziger auf dem Platz, musste raus.

18:18 Zur pause – ein ergebnis, das mehr war als es schien

18:18 Zur pause – ein ergebnis, das mehr war als es schien

In Unterzahl drohte Leipzig auseinanderzufallen. Marko Grgic, Nationalspieler und in solchen Momenten ein Unterschiedsspieler, schnürte einen Doppelpack und drehte die Führung. Doch Ahmed Khairi traf per Tempogegenstoß kurz vor der Sirene zum 18:18-Pausenstand. Ein Ergebnis, das sich anfühlte wie ein Befreiungsschlag – und das sich im Nachhinein als Täuschung entpuppte.

Der zweite durchgang: flensburg dreht auf, leipzig bricht ein

Der zweite durchgang: flensburg dreht auf, leipzig bricht ein

Beide Teams tasteten sich zunächst vorsichtig vor. Fast sieben Minuten dauerte es, bis Simon Pytlick die Halle mit dem ersten Treffer des zweiten Abschnitts erlöste. Leipzig brauchte sogar mehr als acht Minuten, kam dann per Siebenmeter zum 20:20. Und genau da, in diesem Moment vermeintlicher Ausgeglichenheit, verloren die Sachsen den Faden.

Ein 0:4-Lauf innerhalb weniger Minuten, und plötzlich stand es 20:24. Grün-Weiß fand defensiv keinen Zugriff mehr, die Abstände wurden größer, die Fehler häufiger. Beim Stand von 22:27 folgte dann die dritte Rote Karte des Abends: Niclas Kirkeløkke traf ebenfalls einen Gegenspieler im Gesicht und hatte in der 46. Minute vorzeitig Feierabend.

Kämpfen ja, gewinnen nein – und die tabelle wartet nicht

Kämpfen ja, gewinnen nein – und die tabelle wartet nicht

Leipzig kämpfte bis zum Abpfiff. Das muss man ihnen lassen. Trainer Frank Carstens sah eine Mannschaft, die nicht aufgab, aber eine, die schlicht zu viele Baustellen gleichzeitig hatte: Rote Karten, Unterzahlphasen, Defensivlücken im entscheidenden Moment. Das 28:36 am Ende ist kein Zufall, es ist ein Abbild der Situation.

Die Lage in der Tabelle bleibt bedrohlich. Der Glaube an den Klassenerhalt mag noch da sein – die Punkte fehlen. Und drei Rote Karten in einem einzigen Auswärtsspiel beim direkten Konkurrenten um Europa sind kein Pech. Das ist ein Problem.