Dhb-team umgeht favoriten: heim-wm verläuft auf leichtem kurs
Die IHF hat die Gruppenköpfe für die Handball-WM 2027 in Deutschland fixiert – und das Ergebnis ist ein Geschenk für Alfred Gislason. Sein Team landet in Gruppe A, spielt in München und kann in der Vorrunde weder auf Olympiasieger Dänemark noch auf Rekordweltmeister Frankreich treffen. Die beiden Giganten sind erst im Halbfinale eine Option, falls die DHB-Auswahl bis dahin durchhält.
Schweiz statt supermacht – das lässt luft zum atmen
Statt Angstgegner wartet auf Deutschlands Handballer voraussichtlich die Schweiz, die sich zwar noch qualifizieren muss, aber als Nachbarland mit limitiertem Weltklasse-Potenzial gilt. Die IHF hat die Setzliste nicht nach Weltranglistenplatzierung, sondern nach geografischen und fanpolitischen Kriterien zusammengestellt. München bekommt Deutschland und Kroatien – ein Duo, das sich die Fans wünschten. Stuttgart kassiert Frankreich und die Schweiz, Kiel erhält das skandinavische Nordderby Dänemark gegen Schweden.
Die Message ist klar: Die IHF will volle Hallen und laute Trikots, keine leeren Sitze in der Gruppenphase. Für den DHB-Verband heißt das: Erst einmal Ruhe, dann Krawall. Die Hauptrunde zieht von München nach Köln, wo sich die Wege der Gruppen A bis D kreuzen. Dort könnte es zum Showdown mit Frankreich kommen – aber nur, wenn beide Teams ihre Hausaufgaben erledigen.

Der halbfinale-traum lebt in hannover
Wer bis ins Halbfinale kommt, reist am 27. Januar nach Hannover. Dort wartet dann möglicherweise Dänemark, das in Kiel und Hannover spielt und seine Fans aus Skandinavien mitbringen wird. Die IHF hat die Reisewege so geplant, dass Fan-Lager nicht vorzeitig aufeinanderprallen, sondern sich erst in der heißen Phase vereinen. Das schont die Stimmung – und die Nerven der Teams.
Für Gislason ist das ein Luxus, den er sich erarbeiten muss. Die letzten Turniere endeten vor dem Halbfinale, das Heimrecht allein gewinnt keine Spiele. Doch mit einem Gruppenkopf, der keinen Top-Gegner enthält, hat der Isländer Spielraum, Rotationen zu testen und Frische zu sparen. Die Schweiz ist machbar, Kroatien ist kein Monster, und selbst ein möglicher Achtelfinalgegner wie Island oder Portugal ist kein Selbstläufer, aber auch kein Albtraum.
Die finale Auslosung aller 32 Teilnehmer folgt am 10. Juni in München. Dann wird klar, wer neben der Schweiz noch in Gruppe A rutscht. Doch schon jetzt ist eines sicher: Deutschland hat die beste Ausgangsposition, die es in einem Heimturnier geben kann. Die großen Jungs sind woanders unterwegs – und das ist kein Zufall, sondern ein Kalkül. Wer in Köln und Hannover jubeln will, muss zuerst in München liefern. Die Bühne steht, der Ball liegt bereit. Jetzt zählt nur noch das Spiel.
