Dhb-frauen schlagen slowenien – wachter-hattrick schreitet em-kurs fest

30:23 in Celje. Die deutschen Handballerinnen haben ihren ersten EM-Quali-Schritt gemacht, ohne zu glänzen – und genau das macht den Auftritt brandgefährlich für die Konkurrenz.

Wachters bann-phase verändert das spiel in sieben minuten

25 Minuten lang wackelte der Vize-Weltmeister. Ein 4:2 wurde zum 4:7, Katharina Filter wirkte wie in Zeitlupe, und Markus Gaugisch verzichtete demonstrativ auf die Auszeit. Dafür griff er zur Ultima-Ratio: Sarah Wachter. Die 28-jährige Dortmunderin kam, sah – und parierte dreimal in Serie gegen Fegic, Klemen und Stanko. Innerhalb von 2:24 Minuten drehte sich das Klima im Zlatorog-Arena komplett. Das 16:16 wurde 19:16, Sloweniens Zuversand brach zusammen, Deutschland lief.

Nieke kühne tankt sich durch den krisenblock

Nieke kühne tankt sich durch den krisenblock

Im Rückraum links hatte niemand die Lücke erwartet. Kühne nutzte sie fünfmal, stoppte den Slowenen-Konter und stellte mit dem 15:14 die erste Führung nach der Durststrecke sicher. Ihre drei Tore zwischen der 25. und 28. Minute waren keine statistische Fußnote – sie waren die emotionale Antwort auf acht Minuten Katastrophenhandball.

Debutantin nijnkeu knallt den deckel drauf

Debutantin nijnkeu knallt den deckel drauf

59:40 gespielt, 29:23, Gaugisch wechselt die Rechtsaußen ein. Farelle Alicia Nijnkeu, 19, erst zweiter Länderspieleinsatz, bekommt den Ball auf dem halbrechten Kreis, zieht mit Links ab – Tor. Erstes Länderspieltor, höchster Vorsprung, EM-Ticket zum Greifen nah. Die U21-Europameisterin liefert das Sinnbild für den Generationswechsel, den der Bundestrakt seit Monaten predigt.

Sonntag in heidelberg: jetzt darf geredet werden

Sonntag in heidelberg: jetzt darf geredet werden

Ein Sieg im Rückspiel, und der Einzug in die Endrunde vom 3. bis 20. Dezember (fünf Gastgeber, kein Land allein im Fokus) ist fix. Dann kann Gaugisch rotieren, Experimente wagen, Altlasten abbauen. Denn eines wurde in Celje klar: Silber von der WM ist Rückenwind, aber kein Freifahrtschein. Die Gegner schlagen zurück – und genau das dürfte der deutschen Mannschaft in den nächsten neun Monaten noch besser stehen.