Dhb zieht gislason-zukunftsentscheidung vor: keine vertragschaos 2027

Der Deutsche Handballbund wird vor der Heim-WM 2027 die Karten neu mischen. Alfred Gislason muss sich keine Sorgen um ein Last-Minute-Drama machen – die Entscheidung über seinen Vertrag fällt dieses Jahr, nicht im Januar 2027.

Meckes setzt den countdown: „ein monat vor wm wäre zu spät“

Ingo Meckes, Sportvorstand des DHB, ließ am Rande des Ägypten-Tests in Dortmund keinen Zweifel: „Der Prozess wird jetzt in Gang gesetzt.“ Die Führung um Meckes will zeitig Klarheit schaffen, damit die Vorbereitung auf das Turnier in Deutschland nicht unter Personalfragen leidet. Eine harte Deadline nennt Meckes nicht, doch der Druck ist spürbar. „Es muss eine gute WM-Vorbereitung möglich sein“, so der Manager – ein Satz, der Gislasons Sparringspartnern im Verband signalisiert: Tempo ist gefragt.

Gislason selbst, 66 Jahre alt, hat sein Interesse an einer Verlängerung nie versteckt. „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich erst einmal nicht aufhören möchte“, sagte der Isländer unlängst. Seit Februar 2020 lenkt er die Nationalmannschaft, holte Olympia-Silber 2024 und EM-Silber 2026. Die Bilanz stimmt, die Chemie mit dem Team passt – dennoch schwankt der DHB.

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Hinter den Kulissen verhandeln Finanzvorstand und Sponsoren über die Kosten eines neuen Kontrakts. Gislason verdient aktuell rund 400.000 Euro jährlich, ein Betrag, der nach zwei Final-Plätzen in Folge steigen könnte. Doch der Verband stemmt gerade die Millonen-Belastung durch die Heim-WM-Organisation. „Wir wägen jetzt alle Möglichkeiten ab“, sagt Meckes – ein Satz, der mehr bedeutet als ein simples Pro-und-Contra. Er bedeutet: Interne Gutachten, Leistungsanalysen, Sponsorenrunden. Kurz: Machtpolitik.

Die Spieler halten sich raus. Kapitän Johannes Golla erklärte jüngst, man habe „volles Vertrauen“ in den Bundestrainer, doch intern wissen einige: Ein Trainerwechsel zwischen Olympia 2028 und der WM 2027 würde die Planung durcheinanderbringen. Deshalb drängt die Kabine – still – auf rasche Entscheidung.

Die heimliche deadline: em 2026 als bewährungsprobe

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Während der DHB offiziell von „spannenden Monaten“ spricht, tickt eine ungeschriebene Uhr. Schon bei der EM im Januar 2026 will der Verband sehen, ob Gislasons System gegen Skandinavien und Frankreich besteht. Fällt das Team vorzeitig aus, dürfte Meckes’ Prozess sich beschleunigen. Übersteht Deutschland die Gruppe und zieht ins Halbfinale ein, steigt Gislasons Verhandlungsposition – und mit ihr die Gehaltsforderung.

Der Isländer selbst trainiert weiter, als wäre nichts. „Ich konzentriere mich auf die Gegner, nicht auf den Kalender“, sagt er. Doch jeder weiß: Die nächsten 180 Tage entscheiden, ob Gislason 2027 noch auf der Bank sitzt – oder ob der DHB einen neuen Mann sucht. Die Uhr tickt. Die Handball-Welt schaut auf Deutschland. Und Gislason? Er lehnt sich zurück, lächelt – und wartet auf das Angebot.