Deutschland umgeht drama: so startet nagelsmanns wm-kampagne 2026
Kein Play-off-Albtraum, kein November-Sudern: Die DFB-Elf hat ihr Ticket für die WM 2026 locker vor dem Frühjahrsstress gebucht. Julian Nagelsmann darf stattdessen in Ruhe Testspiele planen – und ein paar Antworten suchen, die ihm die Qualifikation offen gelassen hat.
Gruppensieg trotz auftakt-panne: was wirklich zählt
Die 0:1-Pleite in der Slowakei war ein Weckruf, keine Katastrophe. Danach reichte vier Mal „Pflichtsieg light“, um Gruppe H zu knacken. Das 6:0 gegen Liechtenstein in Leipzig war schön anzusehen, doch gegen Nordirland und Luxemburg wirkte das Team oft wie ein Auto mit Winterreifen im April – irgendwie vorwärts, aber ohne Profil. Trotzdem: 12 Punkte, 17:2 Tore, Platz eins. Die Tabelle lügt nie, selbst wenn das Auge manchmal schmerzt.

Testprogramm statt knock-out-stress: die termine im überblick
Während andere Nationen im März zittern, trainiert Deutschland entspannt. Am 27. März gastiert die DFB-Elf in Basel gegen die Schweiz – ein Nachbarschaftsduell, das in 54 Auflagen 36 deutsche Siege zählt. Drei Tage später empfängt man in Stuttgart Ghana, den letzten WM-Gegner vor der WM. Die Black Stars ersetzen die Elfenbeinküste, die man in den USA wiedersehen wird. Ein kleiner Vorteil: Man kann sich nicht versehentlich Tipps abgucken.
Der finaler Feinschliff folgt am 31. Mai gegen Finnland in Mainz. Dann heißt es: Koffer packen, Frankfurt verlassen, Chicago anpeilen. Am 6. Juni trifft man dort auf den Co-Gastgeber USA – ein letztes Testspiel, das klingt wie ein Finale vor dem Finale.

Gruppe e: jetzt wird’s exotisch
Erstes Pflichtspiel: 14. Juni, Houston, Curacao. Der Debütant schickt vorab keine Spionagevideos, sondern Urlaubsgrüße. Fünf Tage später wartet in Toronto die Elfenbeinküste – schnell, stark, unberechenbar. Finale der Vorrunde: 25. Juni in East Rutherford gegen Ecuador, eine Mannschaft, die Europäern gerne den Ball und die Nerven zerstört. Wer hier punktet, spart Kräfte fürs Achtelfinale. Wer stolpert, fliegt früh nach Hause – und muss die Play-offs der anderen schauen.
Trainingslager und basecamp: herzogenaurach oder north carolina?
Offiziell schweigt der DFB noch, doch die Koffer sind halb gepackt. Voraussichtlich ab 25. Mai rollt der Bus Richtung Adidas-Camp in Herzogenaurach. Dort duftet es nach neuen Stollen und alten Siegen. Anschließend geht’s nach Winston-Salem, North Carolina – ein College-Staat mit Basketball-Fieber, der sich nun in Fußball-Luft schnuppert. Nagelsmann bekommt eine Woche, um Taktikbretter zu schrubben und Egos zu polieren. Mehr Zeit hatte noch kein Bundestrainer vor einer WM.
Fazit: Deutschland spart sich den März-Stress, doch der Zeitgewinn ist kein Freifahrtschein. Die Gruppe verspricht Hitze, Rhythmus und ein paar Unbekannte. Wer in Texas und New Jersey mithalten will, muss vorher in Basel und Stuttgart schon Tempo zeigen. Die Uhr tickt – aber diesmal ohne Play-off-Druck.
