Deutschland schlägt zurück: 6:2-kantersieg gegen ungarn bringt wm-achter wieder ins rennen

Die Druckkochplatte platzte. Nach vier Pleiten in Serie hat das DEB-Team beim 6:2 gegen Ungarn endlich den ersten Sieg gelandet – und damit die eigene Beerdigung aufgeschoben. Die Magyaren, in der IIHF-Weltrangliste nur Platz 18, lieferten sich mit dem NHL-Keeper Philipp Grubauer im deutschen Kasten einen Shootout-Kurs, doch die deutsche Defensive ließ kaum Wasser. Leon Gawanke schraubte sich mit einem Hattrick zum Matchwinner hoch. Jetzt heißt es: Samstag, 20:20 Uhr, Österreich – ein echtes Endspiel.

Warum grubauer spielte und stettmer wieder auf der bank saß

Die Personalie sorgte schon vor dem Bully für Diskussionen. Trainer Harold Kreis stellte seinen Design-Nr.-1 auf, obwohl Jonas Stettmer in der Vorbereitung Top-Form zeigte. Die Begründung: „Wir brauchen Erfahrung, wenn der Druck am höchsten ist.“ Tatsächlich musste Grubauer in den ersten 40 Minuten nur vier Schüsse parieren – statistisch gesehen eine Trainingseinheit. Doch genau diese Ruhe vor dem Sturm verlangt Kreis: gegen Österreich kommen sicher mehr als 20 Schüsse pro Drittel.

Die Wahrheit: Das 6:2 täuscht über mangelnde Chancenverwertung hinweg. 28 Schüsse im Mittelabschnitt, aber erst zwei Tore – Quote 7 %. Bei so einer Effizienz verschenkst du gegen die Alpenrepublik zwei Punkte, bevor die Eisfläche richtig glänzt.

Gawanke, mik und reichel: defensive treibt den offensiv-turbo

Gawanke, mik und reichel: defensive treibt den offensiv-turbo

Der Knoten platzte ausgerechnet durch Verteidiger. Eric Miks Schlagschuss (9.) war der Startschuss, Leon Gawanke nagelte das erste Powerplay-Tor des Turniers (20.) und Lukas Reichel stellte mit dem 3:0 (40.) klar: Jetzt wird nicht mehr gezögert. Zehn Sekunden vor der Drittelpause erhöhte Samuel Dove-McFalls auf 4:0 – psychologisch ein Knockout für Ungarn.

Im Schlussdrittel legte Gawanke zwei weitere Male nach und komplettierte seinen Hattrick. Damit hat ein deutscher Verteidiger erstmals seit 2015 wieder drei Treffer in einem WM-Spiel erzielt. Die Magyaren kamen durch Sapatki und Hari nur noch zur Ergebniskosmetik. Endstand 6:2 – die deutsche Bank jubelte, als wäre das Viertelfinale schon gebucht.

Österreich wartet: kleines land, großer aufwind

Österreich wartet: kleines land, großer aufwind

Die Alpenrepublik ist längst kein Aufbaugegner mehr. In der Weltrangliste liegt sie nur drei Plätze hinter Deutschland, und mit NHL-Stürmer Marco Rossi sowie dem Kölner Goalie David Kickert bringt sie Doppeltalent mit. Zuletzt gewann Österreich gegen Lettland mit 5:3 und zeigte, wie gefährlich schnelles Umschaltspiel sein kann. Für Deutschland heißt es: gewinnen oder weitermachen im Kampf um Platz zwölf. Die Tordifferenz ist aktuell minus 7 – ein weiteres Debakel könnte das Tor zur K.-o.-Runde schon wieder zuknallen.

Fazit: Der Sieg gegen Ungarn war Pflicht, mehr nicht. Die wahre Bewährungsprobe folgt in 48 Stunden. Wenn Kreis’ Mannschaft in Zürich nicht sofort umschaltet, wird aus dem Befreiungsschlag schnell ein Stolperstein. Der Druck bleibt – nur das Gesicht des Gegners ändert sich.