Deutschland schlägt nigeria und zeigt: ohne stars läuft's auch
81:73. Der Sieg war da, das Ticket sowieso. Doch was Olaf Lange und seine Basketballerinnen am Dienstagabend in Villeurbanne holten, war mehr als zwei Punkte und ein Foto mit einem Riesen-Boarding-Pass. Es war der Beweis, dass der deutsche Frauenbasketball auch dann funktioniert, wenn die Galionsfiguren fehlen.
Satou Sabally sitzt zu Hause, Marie Gülich und Luisa Geiselsöder ebenfalls. Drei Routiniers, drei Leitwölfe – weg. Stattdessen laufen Frieda Bühner und Nyara Sabally vor, jene Generation, die in Berlin auflaufen will, wenn im September die Welt zu Gast ist. Gegen Nigeria ließen sie sich nicht aus der Ruhe bringen, auch nicht, als die Afrikanerinnen Mitte des vierten Viertels auf zwei Punkte herankamen. Ein Dreier, ein Steal, ein Lay-up – so schnell war die Luft raus.

Lange zieht bilanz: „wir haben uns bewiesen“
„Es ist emotional, weil diese Gruppe sich selbst beweisen musste“, sagt Lange nach dem Abpfiff. Der Südafrikaner ist seit Januar im Amt, die fünf Spiele in sieben Tagen waren seine erste echte Feuerprobe. 4-1-Bilanz – die Niederlage gegen Frankreich (63:85) darf gerne als Lehrstunde durchgehen. „Wir können ein Team schlagen, nur durch Willen und Disziplin“, betont der Coach. Die Zahlen sprechen mit: 16 offensive Rebounds, 19 Punkte aus Fastbreaks, nur 11 Ballverluste. Das ist kein Zufall, das ist Handarbeit.
Die nächsten Monate gehören wieder den Clubs. In der WNBA droht ein Streik, Nyara Sabally hofft auf „Ende April“. Die Verbandspause ist kurz, die WM-Auslosung am 21. April in Berlin schon vor der Tür. Dann wird klar, wen Deutschland neben den USA und Co. erwischt. Die Fans jedenfalls spüren: Diese Mannschaft will nicht nur dabei sein, sie will angreifen.
Der letzte deutsche WM-Titel der Frauen liegt 42 Jahre zurück. Die Spielerinnen von 2026 tragen nicht nur Trikots, sondern auch eine Erwartungshaltung, die größer ist als jede Schrägband-Werbung. Gegen Nigeria haben sie gezeigt: Wir können auch dann gewinnen, wenn niemand unseren Namen auf dem Rücken trägt. In Berlin werden alle zusehen.
