Deutschland scheitert an paraguay: nagelsmanns gamble räumt auf mit hoeneß-vorwürfen
Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der WM 2026 früh ausgeschieden. Nach einer verkrampften Vorstellung gegen Paraguay endete das Turnier im Elfmeterschießen – ein weiteres Kapitel deutscher WM-Enttäuschung. Bundestrainer Julian Nagelsmann muss sich nun schmerzlichen Fragen stellen, während Uli Hoeneß' Vorwürfe von den Geschehnissen auf dem Platz eindrücklich bestätigt wurden.
Ein gruseliger auftakt und eine fehlende spielidee
Schon im ersten Spiel der Gruppenphase hatte das deutsche Team in Bratislava gegen die Slowakei einen erschreckenden Eindruck hinterlassen. Das Wiedersehen gegen Paraguay offenbarte die gleichen Schwächen: Eine statische Offensive, fehlende Bewegung und eine erschreckende Harmlosigkeit im Abschluss. Jürgen Klopp, als Experte im ZDF, analysierte bereits zur Halbzeit: „Zu statisch, ausrechenbar, nicht schnell genug, nicht hart genug.“ Fünf Torschüsse, davon einer aufs Tor, spiegelten die desolate Lage wider.
Das Team wirkte von einer merkwürdigen Unsicherheit geprägt, die den Respekt vor möglichen paraguayischen Kontern größer erscheinen ließ als der Mut, auch mal ins Risiko zu gehen. Die Südamerikaner agierten passiv, machten aus der Partie eher ein Training im Abwehrverhalten und verteidigten die wenigen deutschen Angriffe routiniert.

Nagelsmanns taktische verwirrungen und die undav-frage
Uli Hoeneß hatte vor dem Turnier seine Bedenken hinsichtlich der fehlenden Stammelf laut ausgesprochen. Nagelsmanns Personalentscheidungen gegen Paraguay lieferten den endgültigen Beweis für die Richtigkeit dieser These. Die Nominierung von Deniz Undav in der Startelf, obwohl Jamal Musiala zur Verfügung stand, wirkte wie ein weiterer Fehltritt in einer verkrampften Personalpolitik. Undav wurde von den Paraguayer*innen förmlich verschluckt und konnte kaum ins Spiel eingreifen. Seine Ballkontaktdichte war minimal, und er forderte kaum Bälle.
Auch die späten Wechsel während der Partie wirkten eher wie verzweifelte Versuche, das Ruder herumzureißen, als kalkulierte Soforthilfen. Der Austausch von Nmecha gegen Goretzka zur Halbzeit und Pavlovic gegen Anton in der Schlussphase verwirrte das Mittelfeld zusätzlich und raubte der Mannschaft die nötige Stabilität.

Manuel neuer: „wir hatten nicht die mittel“
Auch Manuel Neuer räumte die fehlende Durchschlagskraft ein: „Wir hatten nicht die Mittel und die Durchschlagskraft, um uns Chancen zu erspielen.“ Die Niederlage gegen Paraguay ist nicht nur ein sportliches Debakel, sondern auch eine bittere Bestätigung der anhaltenden Probleme im deutschen Fußball. Das Finale von 2014 wirkt wie eine ferne Erinnerung, während die WM 2026 einen weiteren Tiefpunkt markiert.
Die Enttäuschung ist groß – und die Fragen nach der Zukunft des deutschen Fußballs bleiben offen. Julian Nagelsmann steht vor einer schweren Zerreißprobe. Ob er die Aufgabe bewältigen kann, wird die Zukunft zeigen. Der Traum vom WM-Titel ist vorzeitig geplatzt, und Deutschland muss sich nun den schwierigen Fragen stellen: Was ist aus dem einst so dominanten Fußball geworden?
