Deutschland gegen ägypten: gislasons letzter probelauf vor der wm-generalprobe

18.15 Uhr, Dortmund: Noch summt die EM-Euphorie nach, da schlägt schon der Countdown für die Heim-WM. Deutschland testet heute gegen Ägypten – und alle Fragen kreisen um Alfred Gislason. Verlängert der DHB, oder wird der Isländer nach 2025 abgelöst? Sein Vertrag läuft aus, die Entscheidung liegt beim Verband, nicht bei ihm. „Ich bleibe locker“, sagt er, doch hinter den Kulissen arbeitet sein Berater schon seit Wochen an Optionen.

Prosieben springt ein – und bringt frisches blut

Erstmalig überträgt der Privatsender ein Länderspiel. Andrea Kaiser moderiert, Florian Schmidt-Sommerfeld kommentiert, Christoph „Icke“ Dommisch patrouilliert an der Bande. Silvio Heinevetter liefert Analysen, die nicht nur Fachchinesisch sind. Der Ex-Weltklassetorhüter kennt die internen Zahlen: Wer schießt wann wie oft aus neun Metern, wer versteckt sich in der Deckung. Für ihn ist heute vor allem die Mitte interessant: „Wenn Gislason Julius Kühn und Rune Dahmke zusammenbringt, sehe ich eine neue Variante im Rückraum.“

Die Ägypter reisen ohne ihre NBA-Größen, dafür mit jungen Flügeln, die in der Bundesliga schon für Aufsehen sorgten. Mohammad Sanad (HSV Hamburg) und Ali Zein (SC Magdeburg) wollen beweisen, dass Afrika mehr ist als athletische Sprinter. Gislason warnt intern: „Die spielen Druck raum, wir spielen Druck rein.“

Die zeremonie danach wird laut

Die zeremonie danach wird laut

Unabhängig vom Ergebnis ehrt der DHB die EM-Vizeweltmeister. Die Fans bleiben sitzen, die Spieler bekommen Blumen, und die Kameras suchen Andreas Wolff, der mit seinem grünen Keeper-Shirt Kultstatus erreichte. Doch der eigentliche Star steht abseits: Gislason. Er schüttelt Hände, lächelt, wirkt wie ein Mann, der weiß, dass seine Zukunft heute Abend nur eine Nebenrolle spielt. Die Hauptrolle spielt der Ball. Und der tickt schon.