Sperre halbiert: dzeko darf gegen ksc ran – schalke lacht

Schalke darf wieder durchatmen. Das DFB-Sportgericht kürzte die Sperre für Edin Dzeko auf nur noch ein Spiel plus 20 000 Euro. Der Bosnier sitzt somit nur Samstag in Darmstadt auf der Tribüne, gegen Karlsruhe ist er zurück – ein Schlagdämpfer im Aufstiegsrennen.

Der Richter kassierte sein eigenes Urteil. Stephan Oberholz, der 48 Stunden zuvor noch zwei Spiele Strafe verhängt hatte, sprach am Donnerstag von einem „Sonderfall“ und revidierte sich öffentlich. Nicht Rücksichtslosigkeit, nur „Ungeschicklichkeit ohne hohe Intensität“, lautete die neue Begründung. Ein Eingeständnis, das in der DFL-Statistik so schnell nicht wieder vorkommt.

Robin braun räumt ein: gelb wäre vertretbar gewesen

Schiedsrichter Dr. Robin Braun musste live vor dem Fernsehturm auf dem DFB-Campus seine Rot-Karten-Entscheidung verteidigen. Er blieb hart, gab aber den Satz preis, der Schalke rettete: „Eine Gelbe Karte wäre hier grundsätzlich auch vertretbar gewesen.“ Mit diesem Zitat im Protokoll bröckelte die zweifache Sperre. Anwalt Christoph Schickhardt und Sportvorstand Frank Baumann hatten genau darauf gesetzt – und gewonnen.

Die Szene: 52. Minute, 2:2 gegen Hannover. Dzeko streckt Chakroun mit erhobenem Bein im Rippenbereich nieder. Bilder zeigen offene Sohle, aber keine durchgehende Körperspannung. Der VAR blieb stumm, weil keine klare Fehlentscheidung vorlag. Schalkes interne Analyse lieferte 23 Seiten Gegenargumente, darunter Tracking-Daten, die die Eindringgeschwindigkeit relativierten.

Für den Klub ist der Tag ein Schulterschluss mit der Justiz, ohne dass der Spieler frei spricht. „Unsportliches Verhalten“ steht weiter im Register, doch die Herabstufung auf Gelb-Niveau schont die Psyche des Teams. Youri Mulder hatte unmittelbar nach dem Match getwittert: „Keine Rote, jeder Fußballer weiß das.“ Nun bekam er recht – allerdings nur zur Hälfte.

Schalke gewinnt zeit für darmstadt-sprint

Schalke gewinnt zeit für darmstadt-sprint

Mit Dzeko fehlt zwar weiterhin der Topscorer, aber nur 90 Minuten. Moussa Sylla rückt gegen Darmstadt in die Startelf, danach kann Chefcoach Karel Geraud seine Lieblingsformation wieder aufbieten. Die Zahlen sprechen klar: Seit dem Winter-Coup hat Dzeko in acht Spielen sechs Tore und vier Vorlagen – direkt 45 % aller Schalker Treffer.

Die 20 000 Euro Strafe schmerzen finanziell weniger als der Imageschaden eines zweiten Spiels ohne den Bosnier. Schalke bleibt im Rennen auf die Bundesliga, Darmstadt muss Samstag auf den Angreifer verzichten. Und der DFB? Hat ein Exempel revidiert, ohne die Autorität des Schiedsrichters vollständig zu unterminieren. Ein Kompromiss, der selten so schnell ging – und der am 5. April im Parkstadion laut auflachen wird, wenn Dzeko wieder einläuft.