Deutschland feiert doppelpack: freiburg und mainz zerlegen spanien und frankreich
Was für ein Abend! Zwei Stadien, zwei Siege, ein Fußball-Geschmackssturm. Der SC Freiburg schoss Celta Vigo mit 3:0 ab, Mainz 05 walzte Racing Straßburg mit 2:0 nieder – und Deutschland darf wieder von einem Halbfinale träumen.
Freiburg wacht als papa-party auf
Vincenzo Grifo traf, bevor die Babynahrung warm war. Zehn Minuten gespielt, sein drittes Kind drei Tage alt, da hämmerte er den Ball aus 16 Metern ins lange Eck. Das Europa-Park-Stadion riss sich vom Boden, Julian Schuster riss die Arme hoch. Die Breisgauer hatten den Bayern-Frust im Gepäck – 2:0-Führung, dann 2:3, jetzt Wiedergutmachung. Jan-Niklas Beste stocherte das 2:0 nach, Matthias Ginter köpfte das 3:0 drauf. Celta wirkte wie eine Touristengruppe, die das Schwarzwaldmuseum verpasst hatte.

Mainz schreibt märchenbuch weiter
Nine games unbeaten, kein Tor kassiert in dieser Phase, und nun so ein Start: Armindo Sieb alias „Sano“ tunnelte, dribbelte, ließ zwei Franzosen stehen und schlenzte gegen den Innenpfosten. 11. Minute, 1:0. Das Stadion wurde zum Kessel, Urs Fischer stand wie ein Vulkan am Spielfeldrand. Acht Minuten später donnerte Stefan Posch den zweiten Treffer volley unter die Latte. Straßburg? Völlig von der Rolle. Mainz? Zum ersten Mal überhaupt so weit in Europa – und jetzt schon mit einem Bein im Halbfinale.
Donnerstag wird tag der wahrheit
Am 16. April reisen Freiburg nach Vigo (18.45 Uhr), Mainz nach Elsass (21 Uhr). Ein Tor reicht, um den Traum lebendig zu halten. Die Quoten sprechen für deutsche Betriebsamkeit: Freiburg kassierte in den letzten sieben Pflichtspielen nur drei Gegentore, Mainz ist seit 810 Minuten ohne Niederlage. Spanien und Frankreich blicken nervös Richtung Deutschland – und wir dürfen schon mal über ein Europa-League-Duell im eigenen Land spekulieren. Das wäre dann das nächste Kapitel im Märchenbuch, geschrieben von Grifo, Ginter, Sano & Co.
Zwei Siege, kein Zufall. Die Bundesliga liefert den Beweis: Wut ist der beste Sportdirektor. Freiburg nutzte den Bayern-Schmerz, Mainz den Lauf. Jetzt liegt der Ball in Andalusien und im Elsass – und die deutschen Fans wissen: Ein Tor, ein Aufschlag, ein Schritt, dann steht Europa Kopf.
