Deutsche trainer bei olympia erfolgreicher: bulgarien und italien profitieren
- Deutsche trainer bei olympia erfolgreicher: bulgarien und italien profitieren
- Pichlers erfolg mit bulgarien
- "Bamperl-mannschaft" mit medaille
- Cramer glänzt mit italien
- Warum verlassen deutsche trainer den dsv?
- Pichler hatte frühzeitig mit dem dsv abgeschlossen
- Strukturen schaffen, langfristigen erfolg sichern
- Dsv setzt auf "gastarbeiter", deutsche trainer gehen ins ausland
Deutsche trainer bei olympia erfolgreicher: bulgarien und italien profitieren
Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand Cortina 2026 erleben wir ein überraschendes Phänomen: Deutsche Trainer, die im Ausland arbeiten, feiern größere Erfolge als ihre Kollegen im eigenen Land. Insbesondere Wolfgang Pichler und Markus Cramer stechen hier hervor.
Pichlers erfolg mit bulgarien
Wolfgang Pichler, der vom Weltverband als "Doyen der Biathlon-Trainer" bezeichnet wird, führte die bulgarische Biathletin Lora Christowa zu einer sensationellen Olympia-Bronzemedaille in Antholz. Damit verhinderte er, dass die deutsche Athletin Vanessa Voigt auf das Podest kam. Der 71-jährige Pichler ist bekannt für seine Erfolge, die er bereits in Schweden mit Magdalena Forsberg feierte und nun auch mit Bulgarien fortsetzt.

"Bamperl-mannschaft" mit medaille
"Ich bin sehr stolz. Denn wenn ich uns mit den großen Teams vergleiche, sind wir eine richtige Bamperl-Mannschaft", sagte Pichler dem "Münchner Merkur". Trotz begrenzter Ressourcen – nur drei Wachser – gelang es seinem Team, eine Medaille zu gewinnen. Er schätzt, dass dies seine "fünfzigste oder so" Medaille in seiner Karriere ist und betont, dass er seit 2002 keine Olympischen Spiele ohne Medaille verlassen hat (mit Ausnahme von 2018 in Pyeongchang).

Cramer glänzt mit italien
Auch Markus Cramer, ein Sauerländer, überzeugt mit den italienischen Langläufern. Er führte das italienische Team zu zwei Bronzemedaillen und übertraf damit die Bilanz des deutschen Teams (eine Bronzemedaille). Cramer hatte nach dem Sotschi-Skandal lange Russlands Chefcoach inne und übernahm ab 2022 die Leitung des italienischen Teams.
Warum verlassen deutsche trainer den dsv?
Ein Grund für den Erfolg deutscher Trainer im Ausland könnte darin liegen, dass sie dort bessere Möglichkeiten haben, ihre Expertise einzubringen. Im Vergleich zu den manchmal schwierigen Strukturen des DSV (Deutscher Skiverband) können sie sich dort freier entfalten. Cramer lehnte beispielsweise 2022 ein Angebot des DSV ab und entschied sich für Italien.
Pichler hatte frühzeitig mit dem dsv abgeschlossen
Auch Pichler hatte frühzeitig mit dem DSV abgeschlossen. "Ich könnte den ein oder anderen Tipp geben", sagte er bereits 2015, "Aber meine Meinung ist scheinbar nicht erwünscht." Er sieht in seiner Arbeit mit kleineren Teams wie Bulgarien eine Möglichkeit, auch in Zeiten schrumpfender Mittel erfolgreich zu sein.
Strukturen schaffen, langfristigen erfolg sichern
Pichler und Cramer sind nicht nur Trainer, sondern auch Architekten von Strukturen, von denen die Verbände nachhaltig profitieren. Johannes Lukas, ein ehemaliger deutscher Biathlet mit gesundheitlichen Problemen, wurde einst von Pichler als Assistent zum schwedischen Verband geholt. Später wurde Lukas Schwedens Nationalcoach und führte die Frauen-Staffel zu Olympia-Silber. Deutschland blieb leer aus.
Dsv setzt auf "gastarbeiter", deutsche trainer gehen ins ausland
Während der DSV auf namhafte "Gastarbeiter" wie Stefan Horngacher und Heinz Kuttin (beide Österreich/Skispringen) oder Per Nilsson (Schweden/Langlauf) setzt, bauen deutsche Trainer ihre Karriere im Ausland auf. Dies könnte darauf hindeuten, dass sie dort bessere Bedingungen und größere Freiheiten finden.
