Deutsche staffel sprintet zu silber – nur 5,4 sekunden fehlen zum gold

Die Nacht über Italien war kalt, die Pisten hart – und die deutschen Langläufer heiß. Mit einem Finish, der die Zuschauer im Stehen ließ, sicherte sich das Quartett um Marco Maier am vorletzten Tag der Paralympics Silber im offenen Staffelwettbewerb. 5,4 Sekunden. So wenig trennten Theo Bold mit Guide Jakob Bold, Sebastian Marburger, Linn Kazmaier mit Guide Florian Baumann und Marco Maier vom chinesischen Gold. Eine Spanne, die sich in der Länge eines Skistocks ausmessen lässt.

Wechsel auf wechsel – deutschland lag vorn, bis china zupackt

Bis zum letzten Wechsel diktierte das DSV-Team das Rennen. Die Zeiten passten, die Rhythmen ebenso. Doch auf der Schlussrunde schaltete der chinesische Sehbehinderte mit seinem Guide einen Gang höher. Maier, der wegen verkürzter Finger an der linken Hand nur einen Stock führt, musste passen. „Ich habe nochmal alles rausgeholt, aber die hatten heute einfach mehr Dampf“, sagt er im Zielbereich von Cesana San Sicario, wo die Luft bei −12 °C die Worte formt wie Eiskristalle.

Norwegen landete 18 Sekunden später auf Bronze – eine Welt, gemessen an der knappen Spitzenentscheidung. Für Deutschland ist es die zweite Staffel-Medaille bei diesen Spielen, nachdem die Mixed-Staffel einen Tag zuvor nur 13,9 Sekunden hinter dem US-Quartett auf Rang vier verharrte.

Enttäuschung im mixed-bewerb – „wir waren am limit, aber die anderen besser“

Enttäuschung im mixed-bewerb – „wir waren am limit, aber die anderen besser“

Nico Messinger, Anja Wicker, Leonie Walter und Lennart Volkert hatten sich die Medaille auf die Stirn gemalt. Stattdessen wurde es der undankbare vierte Platz. „Bronze war das Ziel, klar. Wir haben alles reingesteckt, aber die Ukraine und China haben heute mehr Tempo aus den Beinen gezogen“, bilanzierte Messinger, dessen Atem in der Nachfahrt noch sichtbare Dampfschwaden zog. Die US-Boys wiederum feierten ihren zweiten Staffelsieg in Folge – ein Vorbild, das Maier und Co. nun fast geknackt hätten.

Die deutsche Delegation blickt trotzdem nicht in die Tiefe. Mit nun fünf Langlauf-Medaillen hat das Team bereits das Ergebnis von Pyeongchang 2018 eingestellt. Und es bleibt ein Tag. Ein letztes Rennen. Die Chance, Silber zu überziehen oder gar Gold umzufärben. Die Pisten liegen noch da, hart wie am Vortag – und ebenso bereit, neue Geschichten zu schreiben.