Deutsche junioren verspielen medaillenchance: staffel-drama am arber

Der Traum von der Medaille zerbarst am Schießstand. Mit 4:08 Minuten Rückstand auf Frankreich landet das DSV-Quartett beim Staffel-Rennen der Junioren-WM auf Platz fünf – und das, obwohl Karl Schütze als Startläufer noch Podestkurs vorgelegt hatte.

Der gute start, der nicht reichte

Schütze, 20, blieb cool. Ein Nachlader, saubere Technik, konstante Rundenzeiten – die Führungsgruppe blieb in Reichweite. Doch auf der zweiten Etage schlug das Schicksal zu. Ersatzmann Luc Richter, eigentlich nur für kranke Kollegen einsatzbereit, verbrauchte am Stand sieben Patronen für fünf Scheiben. „Die Fehler ärgern mich“, sagte er hinterher, „aber ich habe die Strafrunde vermieden.“ Kleiner Trost – die Konkurrenz war noch schwächer.

Clemens Böhme musste dann zweimal in die Strafrunde. Doppelt Feuer, doppelt Rückstand. Als Lukas Tannheimer loslief, war das Rennen längst entschieden. Trotz fünf Nachlader spurtete er noch an Tschechien und Estland vorbei – 20 Sekunden fehlten am Ende auf Bronze. Die Zuschauer am Arber sahen die schnellste deutsche Laufzeit, aber sie reichte nur für Rang fünf.

Frankreich dominiert, dsv zählt lehrgeld

Frankreich dominiert, dsv zählt lehrgeld

Frankreich feierte einen souveränen Sieg, Norwegen lief trotz drei Strafrunden auf Silber, die Slowakei profitierte von einem glücklichen Schießtag. Die deutsche Bilanz fällt düster aus: zwei Strafrunden, 16 Nachlader, null Podestplätze nach fünf Tagen WM. Die Verbandstrainer reden von „Entwicklungspotenzial“, die Athleten von „hartem Lehrgeld“. Fakt ist: Der Nachwuchs hat die Anschlussfähigkeit an die Weltspitze noch nicht gefunden.

Der Zeitplan drängt. Schon morgen startet die weibliche Jugend-Staffel, am Sonntag die Juniorinnen. Wer jetzt nicht trifft, verpasst die letzte Chance auf Edelmetall in dieser Saison. Die Kugeln zählen – und die Zeit läuft.