Arsenal schrammt am pokal-k.o. vorbei – 16-jähriger patzt, eze rettet arteta

Mansfield/Kickl. Ein Aufschrei ging durchs Field Mill, als Marli Salmon den Ball 50 Meter vor dem eigenen Tor verschenkte. 49 Sekunden später stand es 1:1, der Drittligist dampfte, und Mikel Arteta kaute auf seiner Daumen. Die nächste Riesen-Blamage in der FA-Cup-Historie des FC Arsenal war nur noch einen Pass, einen Schuss, einen Zweikampf entfernt.

Der jubel der stags war längst ausgebrochen, als eze einschob

Der jubel der stags war längst ausgebrochen, als eze einschob

Noni Madueke hatte den Favoriten kurz vor dem Tee mit einem Gewaltschuss aus 15 Metern in Führung geschossen (41.). Die Gunners wirkten wie ein Boxer, der den Gegner halten will, statt ihn auszuknocken. Prompt folgte der Konter: Salmon, 16 Jahre alt, erst zwei Tage zuvor in der Startelf vereidigt, spielte quer statt nach vorne. William Evans nahm mit einem Touch, der einem Profi alle Ehre macht, Maß und ließ David Raya keine Chance (50.).

Die Hälfte der 7.222 Zuschauer glaubte an das Wunder. Die andere Hälfte wartete auf den Dosenöffner. Der kam in der 66. Minute: Kai Havertz ging für Eberechi Eze vom Platz, der Ex-Crystal-Palace-Star traf mit seinem ersten Ballkontakt aus 18 Metern flach ins lange Eck. 2:1, die Erleichterung war greifbar, aber keineswegs verdient.

Denn Mansfield warf alles nach vorne. In der 89. Minute scheiterte Aden Flint per Kopf an der Latte. Arteta starrte ins Leere, seine Fingerspitzen tanzten nervös auf der Oberschenkel-Kontaktfläche. Der Spanische Verband hatte den Video-Assistenten für diese Runde abgeschafft – Glück für Arsenal, denn bei Flints Treffer wäre eine Abseits-Frage aufgetaucht.

Die Statistik täuscht: 68 Prozent Ballbesitz, 22:6 Torschüsse, 2,1 zu 0,7 erwartete Tore. Die Wahrheit: Die Gunners haben zwar zehn Pflichtspiele in Folge nicht verloren, aber ihre letzte Gala liegt Monate zurück. Am Mittwoch warten Bayer Leverkusen und ein Xabi Alonso, der genau diese Lücken studiert hat. Ein Sieg ist ein Sieg, aber ein Sieg mit Rissen.

Nach dem Schlusspfiff applaudierte Arteta trotzdem – mehr aus Höflichkeit als aus Überzeugung. Mansfield nimmt 180.000 Pfund Preisgeld mit nach Nottingham, ein Jahresbudget für den kleinen Klub. Arsenal nimmt das Viertelfinale-Ticket – und die Gewissheit mit, dass ein Teenager mit einem schlechten Pass fast die ganze Saison drehen konnte. Die nächste Runde ist erst der Anfang. Die wirkliche Prüfung kommt in Leverkusen – und sie kommt schnell.