Deutsche flieger verpassen podest – embacher jagt mit 232 m erste krone

Vikersund. Der Riesenbakken schleudert sie raus, aber nicht nach vorn. Andreas Wellinger fliegt 227 Meter weit und landet trotzdem nur auf Rang sieben. Kein einziger DSV-Adler springt unter die Top Drei. Die Flugschanze von Vikersund wird zur Geduldsprobe.

Der 20-jährige österreicher feiert sein blaues wunder

Stephan Embacher? Noch vor 24 Stunden ein Name für Insider. Jetzt steht er oben, Jubel bis zur Schanzenkante. 232 Meter im ersten Durchgang, 225 Meter im zweiten – die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Dahinter Tomofumi Naito und Johann André Forfang, beide Routiniers, beide geschlagen. „Ich hab nur meine Schanze genommen“, sagt er später, als hätte er Milch geholt.

Wellinger grinst trotzdem. „Riesiger Spaß“, sagt er, und man glaubt ihm. Der zweimalige Olympiasieger zeigt sich zufrieden mit 227 und 219 Metern, doch die Konkurrenz zieht davon. Karl Geiger wird Neunter, Philipp Raimund 18., Pius Paschke 26. Luca Roth und Ben Bayer schaffen gar nicht erst den zweiten Durchgang. Die deutsche Bilanz: kein Podest, aber viele offene Fragen.

Sonntag wird zur schicksalsrunde vor planica-finale

Sonntag wird zur schicksalsrunde vor planica-finale

Die Saison neigt sich dem Ende zu, die Spannung steigt. Am Sonntag um 17.15 Uhr startet der zweite Durchgang auf dem Monsterbakken. Für die DSV-Männer ist es die letzte echte Chance, noch einmal anzugreifen, bevor es in der kommenden Woche nach Planica geht. Die Gesamtwertung? Noch offen. Die Nerven? Blank.

Wer in Vikersund nicht fliegt, fliegt in Planica raus. Die Devise lautet: Kante finden, Druck machen, sonst wird aus der Olympiasaison nur ein silbernes Abentehen.