Wm-krimi jetzt schon: polen und serbien stolpern, georgien fliegt raus
Die Handball-Welt hält den Atem an – und das, obwohl Deutschland 2027 noch gar nicht gastiert. In Telavi, einer Kleinstadt im Weinland Kakheti, flog Georgien gestern mit einem 28:30 gegen Israel aus dem Rennen, obwohl Ex-Gummersbacher Giorgi Tskhovrebadze sich mit zwölf Treffern in die Statistik brüllte. Das Hinspiel hatte das Team von Ex-Bundestrainer Levon Akopyan bereits 29:32 verschenkt – ein Fiasko, das sich selbst im leerenden Georgien-Forum niemand erklären kann.
Polen zittert trotz superstar-comeback
Warschau atmete gestern kurz auf, dann wieder nicht. Kamil Syprzak, der polnische PSG-Riese, kehrte nach 15 Monaten Pause zurück und nagelte fünf Tore rein – doch die 33:24 gegen Lettland täuschte nur vorübergehend. Denn Polen muss weiter um den Mai kämpfen, wo Lettland Revanche will. Torwart Mateusz Zembrycki rettete mit neun Paraden und 39 % Fangquote die Westslawen vor dem Blamage-Szenario, doch die Defensiv-Lücken blieben sichtbar. Mikolaj Czaplinski traf zehnmal, doch selbst er war nach dem Schlusspfiff nur müde: „Wir haben versucht, Druck zu machen, aber die Nerven liegen blank.“
Montenegro schraubte sich mit dem 36:32 in Finnland ebenfalls in die nächste Runde, doch die Bilanz bleibt dünn: Keeper Nebojsa Simic hielt zwar 13 Bälle, doch die Chancenverwertung der Adria-Elf lag bei mageren 58 %. Serbien dagegen lieferte das Spektakel des Tages: 42:25 gegen Litauen, angeführt von Dragan Pechmalbec mit zehn Treffern und dem unglaublichen Dejan Milosavljev zwischen den Pfosten – 21 Paraden, 49 % Fangquote. Litauen schoss in der zweiten Halbzeit nur noch fünf Mal ins Tor – das ist keine Statistik, das ist Demütigung.

Die türkei schlittert, griechenland jubelt
In Ankara herrscht Frust: Die Türkei verlor das Hinspiel 32:37 gegen Rumänien, obwohl Doruk Pehlivan und Andrei Buzle je achtmal trafen. Rumänien reist mit einem Polster von fünf Toren in die Rückrunde – ein Vorsprung, der in der Handball-Bibel schon als „halb sicher“ gilt. Griechenland dagegen schlägt zurück: Nach dem 29:26-Heimsieg gewann die Hellenen auch in Belgien 34:31. Theodoros Boskos und Achilleas Toskas trafen jeweils siebenmal – Toskas, einst bei den Stuttgart Reds, schickte seine Ex-Kollegen mit einem Seitarmwurf in die Niederlage. Die Belgier gaben erst nach dem 29:29 in der 53. Minute auf – zu spät, zu schwach.
Die Ukraine, die ihr „Heimspiel“ im hessischen Bensheim austragen musste, unterlag der Slowakei 24:27. Ihor Turchenko warf elf Tore, doch Keeper Marian Zernovic zerstörte mit zwölf Paraden die ukrainischen Träume. Die Slowakei feiert den ersten Schritt Richtung erste WM-Teilnahme – ein Satz, der in Bratislava noch niemand laut ausgesprochen hat.

Deutschland als ziel, aber nicht als retter
Zehn Tickets für die WM 2027 in Deutschland werden im Mai vergeben – doch wer sie erhält, entscheidet sich jetzt. Die Auslosung der dritten Runde brachte brisante Paarungen: Spanien gegen Israel, Frankreich gegen Tschechien, die Niederlande gegen Griechenland. Die großen Namen müssen jetzt liefern, sonst fliegen sie raus – und das in einem Land, das sie sonst als Gastgeber sicher ins Turnier lotsen würde. Die Ironie: Deutschland selbst ist bereits qualifiziert, muss aber zusehen, wie die Großen zittern.
Die nächsten Rückspiele steigen am Samstag – und sie werden zeigen, ob Polen und Montenegro ihre Stars richtig eingesetzt haben, oder ob wir in Deutschland 2027 auf ein Turnier ohne einige der großen Namen blicken. Die Qualifikation ist kein Probedruck mehr, sie ist ein Knochentest. Wer jetzt stolpert, fliegt raus – und die WM in Deutschland wird ohne ihn stattfinden. Die Uhr tickt. Die Bälle fliegen. Die Träume platzen.
