Derby-traumelf: so stimmen fans für milan gegen inter ab
- Zwischen den pfosten: maignan dominiert, sommer hat kaum eine chance
- Innenverteidigung gehört klar den nerazzurri
- Saelemaekers und dimarco: die außenbahnen gehören je einem lager
- Das mittelfeld: modric schlägt calhanoglu, barella schlägt alle
- Sturm: leao und pulisic halten die fahne der rossoneri hoch
- Das gesamtbild: inter dominiert die traumelf, aber milan hält dagegen
Sonntag, 6. März 2026, San Siro. Bevor der Anpfiff ertönt, hat die Fangemeinde bereits ihr Urteil gefällt – und die Zahlen sind eindeutiger, als mancher Milan-Anhänger sich das wünschen würde. Die Leser der Gazzetta dello Sport wählen ihre kombinierte Traumelf aus beiden Mailänder Klubs, Position für Position. Das Ergebnis ist eine Abrechnung, keine Liebeserklärung.
Zwischen den pfosten: maignan dominiert, sommer hat kaum eine chance
Die erste Abstimmung ist ein Erdrutsch. 92 Prozent der rund 1.500 Teilnehmer votieren für Mike Maignan. Der Franzose mit 146 Serie-A-Einsätzen lässt Yann Sommer – 92 Auftritte, sieben Jahre jünger – weit hinter sich. Beide tragen denselben Titelschmuck im Regal: einen Scudetto und eine Supercoppa. Doch in der Wahrnehmung der Fans liegt Welten zwischen ihnen. Sommer bleibt vorerst die Nummer zwei dieser imaginären Elf.

Innenverteidigung gehört klar den nerazzurri
Rechts hinten kippt das Bild: Yann Bissecksetzt sich mit 59Prozent gegen Fikayo Tomori durch, obwohl der Engländer 14 Derby-Einsätze vorweisen kann und Bisseck erst vier. Der Deutsche sucht noch seinen ersten Stracittadina-Sieg. Trotzdem: Die Fans trauen ihm mehr zu.
In der Mitte ist die Sache noch klarer. Manuel Akanji – 30 Jahre alt, 12 Trophäen, erste Mailänder Saison – erhält 84 Prozent der Stimmen. Sein Gegenüber, der 23-jährige Koni De Winter, spielt sein erstes Derby überhaupt; beim Hinspiel saß er noch auf der Bank. Das spiegelt sich in den Zahlen wider. Links verteidigt laut Fan-Votum Alessandro Bastoni mit knapp 70 Prozent vor Strahinja Pavlovic. Die Nerazzurri-Abwehr steht – zumindest auf dem Papier der Umfrage.

Saelemaekers und dimarco: die außenbahnen gehören je einem lager
Auf der rechten Außenbahn schlägt Alexis Saelemaekers den Inter-Brasilianer Luis Henrique mit 85,6 Prozent in Grund und Boden. Kein Wettbewerb. Links läuft es spiegelverkehrt: Federico Dimarco ist mit 93,9 Prozent schlicht unantastbar. Pervis Estupinan kommt auf magere 6 Prozent – und das, obwohl noch nicht einmal sicher ist, ob er überhaupt von Beginn an spielt. Bartesaghi lauert auf der Bank.

Das mittelfeld: modric schlägt calhanoglu, barella schlägt alle
Hier wird es interessant. Nicolo Barella, der an diesem Abend die Kapitänsbinde trägt, gewinnt sein Duell gegen Youssouf Fofana mit 83 Prozent. Fofana ist in Diffida – ein gelber Karte zu viel, und er fehlt im nächsten Spiel. Das wissen die Fans.
Im Zentrum, als Spielmacher, liefert die Abstimmung die überraschendste Aussage des gesamten Votings: Luka Modric gewinnt gegen Hakan Calhanoglu mit 65,7 Prozent. Der Kroate, der in seiner Karriere schon alles gewonnen hat, fasziniert offenbar mehr als der türkische Metronom der Nerazzurri. San Siro als Oscar-Nacht – und Modric holt die Statuette für die beste Regie.
Auf der linken Mittelfeldbahn setzt sich Adrien Rabiot mit 60 Prozent gegen Piotr Zielinski durch. Eines der engsten Duelle im gesamten Voting – und das einzige, bei dem sich Milan im Mittelfeld behaupten kann.

Sturm: leao und pulisic halten die fahne der rossoneri hoch
Vorne dreht sich das Blatt wieder. Rafael Leao – auf der Suche nach seinem zehnten Saisontor, zuletzt getroffen gegen Cremonese – erhält 56,6 Prozent gegenüber Marcus Thuram, der seit fast einem Monat in der Liga nicht mehr getroffen hat. Knapp, aber Milan liegt vorn.
Als zweite Spitze gewinnt Christian Pulisic mit 55,3 Prozent gegen Pio Esposito. Capitan America gegen Hulk – so nennen es die Italiener. Pulisic entschied das Hinspiel. Esposito spielte dort nur die letzten fünf Minuten. Die Fan-Logik ist nachvollziehbar.

Das gesamtbild: inter dominiert die traumelf, aber milan hält dagegen
Zählt man die Positionen durch, stellt Inter die Mehrheit dieser kombinierten Traumelf: Sommer verliert zwar das Torwartduell, aber Bisseck, Akanji, Bastoni, Barella, Calhanoglu – nein, Modric – und Dimarco bilden das Rückgrat. Milan hält mit Maignan, Saelemaekers, Rabiot, Leao und Pulisic dagegen.
Was diese Zahlen wirklich sagen: Die Fans sehen Inter strukturell stärker, aber im Angriff trauen sie den Rossoneri mehr Feuer zu. Sonntagnacht wird San Siro entscheiden, ob die Umfragen recht hatten – oder ob das Stadion seine eigene Geschichte schreibt. Die Favoritenrolle ist vergeben. Die Buchmacher sehen Inter bereits als Meister. Aber Derbys haben noch nie auf Quoten gehört.
