Derby-kalkül: warum inter das como-spiel verschlafen hat

Das Halbfinale im Coppa Italia gegen Como war eine Farce. Zwei Mannschaften, die im Schneckentempo über den Rasen schlichen, als hätten sie sich vorher abgesprochen, bloß keine Kraft zu verschwenden. Für Inter Mailand war das kein Zufall.

Inter denkt schon längst an den derby della madonnina

Fabio Capello hat es auf den Punkt gebracht: Die Nerazzurri hatten den Kopf schon längst beim Sonntag. Das Como-Spiel war für Inter eine lästige Pflichtübung, abgehakt mit minimalem Aufwand. Einige wichtige Spieler bekamen Ruhe, das Tempo wurde künstlich gedrosselt. Wer genau hinschaute, sah keine Mannschaft, die Pokal wollte – sondern eine, die Energie für Größeres spart.

Und das Größere heißt: Scudetto. Inter ist offenbar überzeugt, dass ein Derby-Sieg den Titel so gut wie besiegelt. Diese Gewissheit ist spürbar – und sie ist gleichzeitig die größte Gefahr, die Inter selbst droht. Hochmut hat in Mailand schon Meisterschaften gekostet.

Dumfries kehrt zurück – und das ist kein kleinigkeit

Dumfries kehrt zurück – und das ist kein kleinigkeit

Milan muss aufpassen. Denzel Dumfries findet langsam wieder zu seiner Form zurück, und auf der linken Seite macht Federico Dimarco ohnehin seit Wochen, was er will. Die Außenbahnen werden zur Hauptbühne dieses Derbys. Wer dort den Zweikampf gewinnt, gewinnt wahrscheinlich auch das Spiel.

Ein Remis würde beiden Klubs theoretisch nützen – Inter bleibt vorne, Milan verliert nicht an Boden. Aber wer glaubt, dass am Sonntag im San Siro irgendjemand mit solchen Buchhalter-Gedanken auf den Platz läuft, kennt dieses Derby nicht. Hier rechnet man nicht. Hier kämpft man.